Höhlen Wohnungen im Soğanlı-Tal

Morgen 08°° Uhr / 10 °C

Mittag 13°° Uhr / 17 °C

Abend 18°° Uhr / 5 °C

Sofia, die Stadt der Trams – alte, laute, neuere!

Auf unserem Platz hörten sie sich an wie Donnergrollen. Irgendwann fuhr das letzte und dann war diese Millionenstadt mucksmäuschenstill, auf jeden Fall bei uns! Irgendwann gegen Morgen trommelte dann der Regen auf unser Dach.

So verlassen wir Sofia nach einem ausgiebigen Frühstück Richtung Osten. Viel Verkehr herrscht heute Sonntag, aber wir kommen gut voran.

Bulgarien hat unendliche Wälder, die heute auf unserer Fahrt meistens die Landschaft prägen. In der Ferne sehen wir auch Gebirgszüge. Unser erstes Ziel – das Freilichtmuseum Etara – «Ballenberg» von Bulgarien.

Das Regional Ethnographic Open-Air Museum "Etar" ist eines der bekanntesten Kulturdenkmäler Bulgariens und liegt im Balkangebirge. Es ist das einzige große Freilichtmuseum Bulgariens und zeigt das Leben, die Architektur und die traditionellen Handwerke aus der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt (18.–19. Jahrhundert).

Besonders sehenswert sind, die historische Handwerkerstraße mit Werkstätten, funktionierende wasserbetriebene Mühlen und Maschinen, traditionelle Häuser, Brücken und kleine Kirchen und Vorführungen alter Handwerkskünste wie Töpferei, Holzschnitzerei, Schmiedekunst oder Weberei.

Das Museum gilt als „lebendiges Museum“, weil viele Werkstätten aktiv betrieben werden und Besucher Handwerkern direkt bei der Arbeit zusehen können. Das fand heute leider nicht statt, aber es war trotzdem sehr interessant.

In der Umgebung des Museums könnte man auch übernachten. Wir steuern heute aber einen speziellen Platz mit genialer Aussicht an.

Wir fahren rauf zum Schipkapass, aber da ist noch nicht Schluss. Nochmal etwas runter und dann hoch auf 1'440 m ü M.

Hoch auf dem Berg Chadschi Dimitar steht das Busludscha-Denkmal und hier übernachten wir. Das Wetter meint es gerade nicht so gut mit uns, wir stecken nämlich im Nebel. Ganz kurz lichtet er sich und wir erhaschen einen Blick auf das Gebäude, aber wir sind nicht schnell genug für ein Foto, schwupps ist der Nebel wieder da. Jetzt hoffen wir, dass wir euch morgen diesen Lost Place zeigen können.

Hier schon mal die Geschichte dazu:

Das Busludscha-Denkmal gehört zu den spektakulärsten Lost Places Europas. Das riesige Gebäude thront auf dem Berg Chadschi Dimitar im Balkangebirge und sieht aus wie eine abgestürzte fliegende Untertasse aus einem Science-Fiction-Film.

Gebaut wurde das Monument zwischen 1974 und 1981 als Prestigeprojekt der damaligen kommunistischen Regierung Bulgariens. Es sollte an die Gründung der bulgarischen sozialistischen Bewegung erinnern und gleichzeitig die Macht der kommunistischen Partei demonstrieren.

Genutzt wurde es als Tagungsort der Partei.

Entworfen wurde es vom Architekten Georgi Stoilow.

Der Bau war enorm aufwendig. Über 6.000 Arbeiter und Künstler waren beteiligt. Die riesigen Mosaike im Inneren zeigten kommunistische Symbolik, Arbeiter, historische Szenen sowie Porträts von Lenin und Marx. Der Turm ist etwa 70 Meter hoch. Die Kuppelhalle hatte einst einen futuristischen Glanz mit roten Sternen und monumentaler Beleuchtung.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 wurde das Denkmal praktisch sich selbst überlassen. Es wurde geplündert, verwüstet und verfiel durch Wind, Schnee und Regen. Das Dach brach teilweise ein, Metall wurde gestohlen, und viele Mosaike wurden beschädigt. Gerade dieser Verfall machte den Ort später weltweit bekannt – besonders bei Urban Explorern, Fotografen und Filmemachern.

Heute gilt Busludscha als Symbol für die widersprüchliche Erinnerungskultur Osteuropas. Für manche ist es ein Mahnmal gegen totalitäre Systeme. Andere sehen darin ein bedeutendes Architekturdenkmal des Brutalismus. Wieder andere verbinden damit nostalgische Erinnerungen an die sozialistische Zeit. 

Tagesstrecke:  Sofia -  Busludscha-Denkmal

Distanz: 245 km

Durchschnittsverbrauch: 9.3 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 54 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 27 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 10 °C

Mittag 13°° Uhr / 24 °C

Abend 18°° Uhr / 19 °C

Wenn man aus der Türkei kommt staunt man darüber, dass das Kloster Rila einfach frei zugänglich ist und keinen Eintritt kostet. So können wir am Morgen bei Sonnenschein einfach nochmal einen kleinen Rundgang machen.

Anschliessend fahren wir noch etwas weiter ins Tal hinein, aber die Strasse ist ziemlich schmal und die Äste der Bäume hängen sehr tief.

Also drehen wir um und machen uns auf den Weg nach Sofia. Dank Autobahn sind wir noch vor 12 Uhr bereits auf dem angepeilten Parkplatz, auf dem wir wohl auch übernachten werden.

Da der Wetterbericht im Laufe des Nachmittags Regen meldet, machen wir uns bald einmal zu Fuss auf in die Stadt.

Sofia ist die Hauptstadt, mit ca. 1.23 Mio. Einwohnern die größte Stadt Bulgariens und liegt am Fuß des Berges Vitosha. Als wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum des Landes verbindet sie antike Geschichte mit moderner Urbanität und gilt als eine der ältesten Städte Europas.

Die Ursprünge Sofias reichen über 7000 Jahre zurück. Sie wurde zunächst von thrakischen Stämmen besiedelt, im 1. Jh. v. Chr. als römisches Serdica ausgebaut und war später byzantinisch und osmanisch geprägt. Nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft 1878 wurde Sofia 1879 zur Hauptstadt des unabhängigen Bulgarien erklärt.

Das Stadtbild vereint byzantinische, neoklassizistische und sozialistische Architektur. Zu den bedeutendsten Wahrzeichen zählen die goldglänzende Alexander-Newski-Kathedrale, das Nationaltheater Iwan Wasow, der Nationalpalast der Kultur und das Archäologische Areal Serdika-Komplex.

Zwischendurch meldet sich der Hunger. Spontan wählen wir ein Restaurant aus und geniessen bei Sonnenschein unser Mittagessen.

Ein paar Kilometer sind zusammengekommen - gegen 16 Uhr sind wir zurück bei unserem Womo. Wir wurden auch mal kurz nass und leider verschlechtert sich das Wetter gegen Abend immer mehr.

Wir sind gespannt, wie wir auf diesem "Hinterhofparkplatz" schlafen werden.

Tagesstrecke:  Kloster Rila - Sofia

Distanz: 129 km

Durchschnittsverbrauch: 8.2 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 60 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 07 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 15 Euro, inkl. Müllcontainer und WC-Leerung

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 16 °C

Beim Frühstück leistet uns ein Storch Gesellschaft, der für seine Jungmanschaft auf der Suche nach Nahrung ist.

Um 9.30 Uhr starten wir unseren Fahrtag. Es warten einige Kilometer auf uns. Aber Halt - ein Einkauf bei Lidl muss einfach sein. Und so landet einiges in unserem Einkaufskorb, das wir in den letzten vier Wochen in der Türkei nicht erhalten haben.

Aber dann geht's für ca. 200 Kilometer ab auch die Autobahn. Später gondeln wir weiter über Land, geniessen die Landschaft und den Mittagshalt an einem See. Um 15.30 Uhr erreichen wir unser angepeiltes Tagesziel.

Kloster Rila - Unesco Weltkulturerbe

Das Rila-Kloster ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Bulgariens – und für viele sogar das spirituelle Herz des Landes. Es liegt spektakulär in den bewaldeten Bergen des Rila-Gebirges auf rund 1.100 Metern Höhe.

Gegründet wurde das Kloster im 10. Jahrhundert vom Einsiedler Johannes von Rila (bulgarisch: Ivan Rilski), dem Schutzheiligen Bulgariens. Aus seiner kleinen Einsiedelei entwickelte sich über die Jahrhunderte ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum.

Besonders spannend ist die Geschichte während der osmanischen Herrschaft: Das Kloster wurde zu einem wichtigen Ort für die Bewahrung der bulgarischen Sprache, Kultur und Identität. Viele Bulgaren sehen es deshalb nicht nur als religiösen Ort, sondern auch als Symbol nationaler Unabhängigkeit.

Das heutige Erscheinungsbild stammt größtenteils aus dem 19. Jahrhundert, nachdem ein Feuer große Teile zerstört hatte.

Ein Highlight ist der sogenannte Hreljo-Turm aus dem 14. Jahrhundert – der älteste erhaltene Teil der Anlage.

Wir sind fasziniert und begeistert. Die Fresken sind einmalig und gewaltig.

Und was entdecken wir gleich hinter dem Kloster? Ein Restaurant und erst noch eines mit guten Bewertungen auf Google - perfekt, und wir werden nicht enttäuscht, es schmeckt wunderbar. Hier beim Kloster darf man auch übernachten und wenn es auch nicht gerade günstig ist, nehmen wir dieses Angebot gerne an. Um 20.00 Uhr ist der Verkehr schon fast null, da es ja keine Druchgangsstrasse ist und auf dem Parkplatz stehen noch die zwei letzten PW's.

Tagesstrecke:  Biser, Bulgarien - Kloster Rila

Distanz: 343 km

Durchschnittsverbrauch: 9.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 69 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 57 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 24 Euro, inkl. Müllcontainer und Frischwasser

Morgen 08°° Uhr / 11 °C

Mittag 13°° Uhr / 23 °C

Abend 18°° Uhr / 24 °C

Mindestens 6 Hunde haben uns letzte Nacht bewacht. Und einer musste mitten in der Nacht mit seinem Schwanz oder was auch immer unbedingt an unser Womo klopfen - super, ihr könnt euch ja denken, wie sehr ich, Heidi, erschrocken bin! Zudem hat es mehr oder weniger die ganze Nacht geregnet, zweitweise schon fast sintflutartig! Wir waren auch die einzigen, die hier übernachtet haben.

Unser erstes Ziel für heute nach einer ausgiebigen Dusche und gemütlichem Frühstück - Edirne. Hier gibt es einen Parkplatz, auf dem man auch übernachten könnte. Hmm .... wollen wir das? Die Entscheidung wird uns abgenommen. Die Übernachtung kostet 800 TL, nur Barzahlung möglich,

1 Stunde kostet 400 TL und bis zu 5 Stunden sind 500 TL fällig. Unser Kassensturz zeigt, wir haben genau noch 445 TL und nochmals Geld am Bancomat beziehen wollen wir nicht, die Gebühren sind seeeeehr hoch. Da wir schon reingefahren sind kostet es uns sofort 400 TL.

Also haben wir ja Zeit für unseren Mittagshalt, und wir geniessen einen frischen Salat. Und die Entscheidung fällt - wir überqueren heute noch die Grenze nach Bulgarien. In weiser Voraussicht haben wir bereits gestern die digitale Vignette für Bulgarien gelöst und zwar gültig ab heute!

Vor der Grenze füllen wir noch die leer Gastankflasche und den Dieseltank, da alles in Bulgarien um einiges teurer ist.

Die türkische Grenze bringen wir relativ schnell hinter uns. Wir müssen diesmal auch  keine Bussen bezahlen und auch auf dem HGS- Kleber für die Autobahnmaut hatte es wohl genug Geld gehabt.

Die bulgarische Grenze kostet etwas mehr Zeit. Hier wird wirklich jedes Fahrzeug genau kontrolliert und alle müssen Kofferraum und Innenraum öffnen. Auch bei uns kommt ein Zöllner ins Wohnmobil, schaut ins Bad, unter die Matratzen und in einige Schränke und auch die Garage und ein, zwei Aussenfächer werden kontrolliert. Aber alles freundlich und korrekt. Bei der Passkontrolle erkundigt man sich nach unseren Reisezielen und wünscht uns einen schönen Trip. 

Kurz nach der Grenze steuern wir einen Camping- Stellplatz an und freuen uns über die gepflegt Anlage. Ein Spaziergang ins kleine Dorf lässt uns hoffen, dass die Müllberge in Bulgarien doch etwas kleiner ist. Kurz gesagt, wir finden es gerade seeehr sauber! Wir geniessen die Sonne, essen draussen und planen den morgigen Tag. Mal schauen, was er uns bringt.

Tagesstrecke:  Picknickplatz mitten in der Pampa - Biser, Bulgarien

Distanz: 256 km

Durchschnittsverbrauch: 9.7 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 56 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 30 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 20 Euro, inkl. V/E, ohne Strom

Morgen 08°° Uhr / 19 °C

Mittag 13°° Uhr / 19 °C

Abend 18°° Uhr / 15 °C

So genau wissen wir es nicht, aber es wird wohl Mitternacht gewesen sein, bis es ruhig wurde im Hafen. Und was wir ganz und gar nicht erwartet haben - um kurz nach 5 Uhr kam schon der erste mit seinem PW, der unbedingt seine Lieblingsmusik abspielen musste. Eigentlich ist es morgens in der Türkei immer seeehr ruhig - ok, Ausnahmen kann es überall geben!

Nichtsdestotrotz geniessen wir den Morgen im Hafen und Umgebung.

Wir wollen heute nicht so weit fahren, wie in den letzten beiden Tagen. Kurz nach der  Brücke, die den Bosporus überquert, wollen wir einen Camingplatz ansteuern.

Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, benannt nach einem der bedeutendsten Sultane der osmanischen Geschichte und bekannt als die dritte Bosporusbrücke. Die Brücke wurde gebaut, um den Verkehr in Istanbul zu entlasten, indem eine zusätzliche Überquerung der Bosporusstraße geschaffen wurde. Der Bau der Brücke begann 2013 und wurde 2016 abgeschlossen. Sie wurde am 26. August 2016 offiziell für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke ist eine Schrägseilbrücke mit einem einzigartigen Design und gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie hat eine Gesamtlänge von etwa 2.164 Metern und eine Hauptspannweite von 1.408 Metern, was sie zu einer der längsten Hängebrücken der Welt macht. Die Brücke verfügt über acht Fahrspuren für Kraftfahrzeuge sowie zwei Fahrspuren für den Eisenbahnverkehr.

Die Fahrt von der Autobahn bis zum Campinplatz hat es mal wieder in sich. Die Enttäuschung ist dann auch besonders gross, da es uns da gar nicht gefällt. Also alles zurück und ein neues Ziel suchen.

Ein alter Picknickplatz mitten in der Pampa auf dem Weg Richtung Edirne. Wir kennen den Platz - hatten wir da doch letztes Jahr leider unser einziges, etwas unschönes Erlebnis in der Türkei.

Wir geben dem Platz heute eine zweite Chance. Und siehe da - nur eine Grossfamilie mit drei PW's ist hier fröhlich am Grillieren.

Und kurz nach 17 Uhr erleben wir diesmal die so typische und herzliche Gastfreundschaft der Türken. Sie stehen plötzlich mit einem Grillteller voller Köstlichkeiten vor unserer Türe und heissen uns als ihre Nachbarn herzlich willkommen.




Tagesstrecke:  Şile - Picknickplatz mitten in der Pampa

Distanz: 183 km

Durchschnittsverbrauch: 9.9 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 47 km/h

Fahrzeit: 3 Std. 52 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 14 °C

Mittag 13°° Uhr / 32 °C

Abend 18°° Uhr / 25 °C

Die ersten beiden Bilder zeigen unseren Übernachtungsplatz der letzten Nacht. Absolut ruhig mit Ausblick auf den Friedhof. Die letzten beiden Bilder zeigen den heutigen Übernachtungsplatz im Hafen von Sile. Das nennt man wohl ein Kontrastprogramm.

Dazwischen liegen 331 Kilometer - schöne Landschaften, viiiiele Lastwagen, von Unwetter zerstörte Brücken, etwas Stau in den Vororten von Istanbul, wenig Verkehr auf der Autobahn und zu guter Letzt auch heute wieder eine schwierige und langwierige Suche nach einem Übernachtungsplatz.

Hier im Hafen herrscht eine friedliche Stimmung, drei türkische Womos stehen auch hier und wir glauben und hoffen auf eine ruhige Nacht.

Wer es noch nicht erkannt hat - wir sind definitv unterwegs nach Bulgarien.

Tagesstrecke:  Ciller - Şile

Distanz: 331 km

Durchschnittsverbrauch: 9 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 52 km/h

Fahrzeit: 6 Std. 16 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 27 °C

Abend 18°° Uhr / 22 °C

Unser erster Stopp gilt heute einem Salzsee.

Der Tuz Gölü ist ein Salzsee und nach dem Vansee der zweitgrößte See des Landes. Mit 32,9 Prozent Salzanteil ist er einer der salzhaltigsten Seen der Welt. Der Salzsee hat keinen Abfluss und wird durch Niederschläge (ca. 250 mm im Jahr) und Grundwasser gespeist. In den trockeneren Sommermonaten entsteht dann eine kristalline Salzschicht. Am See befinden sich drei Salzabbaufabriken. 70 Prozent des konsumierten Salzes der Türkei stammen von hier.

Ein großer Teil der türkischen Rosaflamingos nistete hier. Im Sommer 2021 erlosch diese Population jedoch weitestgehend, aufgrund Wassermangels während einer Dürre. Zuvor war der See bereits in den Jahren 2008 und 2016 vorübergehend ausgetrocknet.

Abhängig vom Winkel des einfallenden Lichts kann die Oberfläche des Sees verschiedene Farben annehmen.

Heute lassen wir mal Landstrasse Landstrasse sein und fahren über die Autobahn. Zum Teil mit Maut, der grössere Teil ohne Maut. So landen wir bei den Regenbogenbergen und dem Sariyar-Staudamm.

Die Sarıyar-Talsperre (Sarıyar Barajı) ist ein bedeutender, 1956 fertiggestellter Staudamm am Fluss Sakarya in der Türkei, gelegen etwa 125 km westlich von Ankara. Als einer der ältesten Staudämme des Landes dient er primär der Wasserkraftgewinnung. Aber hier gibt es auch bedeutende Vogelbeobachtungsstationen. Bei einem Restaurant, das zur Zeit noch in der "Verschönerungskur" ist fragen wir, ob wir übernachten dürfen. Kein Problem! Klar machen auch wir uns auf die Vogelbeobachtung und sind einfach froh einen Schlafplatz zu haben. Alles vorher angeschaute war leider einfach gar nichts. Tja, um 18.30 Uhr kommt dann der Parkwächter (oder was und wer auch immer) der Beobachtungsstation und meint, dass wir hier nicht übernachten können. SUUUPER!!!!

Wir beenden hier einfach mal die heutige Geschichte. Die ganze Sucherei zu erzählen würde fast den Rahmen sprengen und ehrlich gesagt haben wir dazu auch keine Lust mehr. Um 19.45 Uhr stellen wir den Motor ab. Wir stehen in einem kleinen Seitental hinter einem Friedhof und hoffen auf eine friedliche Nacht.

Tagesstrecke:  Evren - Sariyar Staudamm - Ciller

Distanz: 368 km

Durchschnittsverbrauch: 9.2 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 66 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 32 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Nichts

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 27 °C

Abend 16°° Uhr / 22 °C

Bevor wir heute weiterfahren schlendern wir noch durch die Altstadt von Avanos.

Avanos ist eine kleine Stadt in der Region Kappadokien und liegt direkt am längsten Fluss der Türkei, dem Kızılırmak. Die Stadt ist besonders bekannt für ihre jahrtausendealte Töpfertradition, die bis in die Zeit der Hethiter zurückreicht. Der rote Ton aus dem Flussgebiet wird bis heute für handgemachte Keramik verwendet.

Es ist bereits 12 Uhr bis wir uns auf den Weg zu unserem Tagesziel machen. Der Fluss Kizilirmak wird zwischendurch auch gestaut und an diesem Stausee wollen wir heute übernachten. Eigentlich nehmen wir ja immer lieber die Landstrassen statt die Autobahnen, aber in der Türkei muss man da oft auf alles gefasst sein. Und so wird die gewählte Landstrasse heute zu einer Geduldsprobe, die es zeitweise in sich hat.

Aber irgendwann ist die Strecke geschafft und wir parkieren direkt am See. Viele Familien sind hier noch am Picknicken, der Kinderspielplatz ist gut besucht, alle grüssen freundlich und ein netter älterer Herr heisst uns speziell willkommen und meint, dass hier das Übernachten überhaupt kein Problem sei. Den Apero geniessen wir noch an der Sonne, aber die Wolkenwand, die stetig auf uns zukommt bringt heftige Windböen und schliesslich auch etwas Regen mit sich. Wir verziehen uns nach drinnen und der Picknickplatz leert sich schnell. Ganz allgemein können wir festhalten, dass das Wetter viel unbeständiger und weniger warm ist als letztes Jahr.

Tagesstrecke:  Avanos - Evren

Distanz: 141 km

Durchschnittsverbrauch: 8.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 47 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 59 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 23 °C

Abend 16°° Uhr / 22 °C

Die Ballone steigen heute ohne uns in den Himmel, wir schlafen lieber wieder einmal etwas länger. Bis wir endlich abfahrbereit sind ist es bereits

11 Uhr. Wir müssen einkaufen. Die Migros in Ürgüp kennen wir ja schon und da wir noch gar nicht recht wissen, in welche Richtung wir fahren wollen, ist unser erstes Ziel also Ürgüp. Unterwegs füllen den Dieseltank von Prüdi.

Ups, in Ürgüp ist heute Markt und dreimal darf man raten wo - genau vor der Migros! Wir finden aber tatsächlich in ca. 150 Meter Entfernung einen Parkplatz, perfekt.

Tja, und dann wäre heute ja wieder einmal Samstag. Frei stehen ist an diesem Abend einfach immer eine Glückssache und dieses Glück fordern wir nicht so gerne heraus. Wir entdecken auf p4n in Avanos einen Stellplatz, der uns auf den Fotos gefällt und auch gute Bewertungen hat.

Klar, die Aussicht ist nicht mehr so spektakulär wie in den letzten Tagen. Aber wir stehen schön am Fluss, ruhig, nur zu dritt und das Beste - es gibt eine Waschmaschine zur freien Benutzung. (7 oder 11 CHF bezahlt man in Göreme auf den beiden Campingplätzen für eine Ladung Wäsche und Bettwäsche aufhängen ist ein Ding der Unmöglichkeit) Das Allerbeste heute - die Sonne scheint und es gibt Bäume, damit wir eine Wäscheleine anbringen können.

Und so kommen wir endlich in den Genuss, heute in frisch gewaschener Bettwäsche einschlafen zu können. Das ist unser heutiges Highlight!

Tagesstrecke:  Göreme - Ürgüp - Avanos

Distanz: 27 km

Durchschnittsverbrauch: 13.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 23 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 8 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 1300 TRY, inkl. V/E, inkl. Strom, inkl. Waschmashine, WC und Dusche

Morgen 08°° Uhr / 15 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 16°° Uhr / 20 °C

Wenn wir schon auf dem Panorama Camping stehen lässt Hansruedi die Drohne steigen, um das nächtliche Göreme mit Bildern festzuhalten.

Auch an diesem Morgen beobachten wir die Ballone, einfach aus mehr Distanz. Wir finden, das frühe Aufstehen hat sich wieder gelohnt.

Hier ein Artikel über die Entstehung und die Entwicklung der Ballonfahrten:

Heißluftballonfahrten sind stark wetterabhängig, daher sind wetterbedingte Absagen keine Seltenheit. Kappadokien bietet jedoch ideale Wetterbedingungen für Heißluftballons (leichter Wind, gute Sicht, kein Regen oder Sturm), sodass Ballons an etwa 250 Tagen im Jahr starten können. Geschichte: Die erste Heißluftballonfahrt in Kappadokien wurde 1984 von Raks (einem Kassettenhersteller) zu Werbezwecken durchgeführt. Sieben Jahre später, 1991, folgte die erste kommerzielle Fahrt mit Passagieren durch den Robinson Club (den ehemaligen Betreibern des heutigen Lyki Lodge Cappadocia Hotels). Diese Flüge wurden von Kal und Lars, den ersten Ballonpiloten der Region, organisiert, und fast alle Passagiere waren Gäste des Robinson Hotels. Mit der steigenden Nachfrage nach Heißluftballonfahrten investierten Tourismusfachleute in Kappadokien beträchtlich in den Heißluftballonsektor und gründeten eigene Unternehmen. Zwischen 2000 und 2010 entstanden aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Sektors über 15 Ballonbetreiber. Die Zahl der Heißluftballons, die täglich über Kappadokien starten, stieg innerhalb von weniger als zehn Jahren von 5 auf 100. In den 2010er-Jahren erreichte die Anzahl der täglichen Flüge über Kappadokien ein alarmierendes Ausmaß, wodurch das Kollisionsrisiko stieg. Dies machte eine Begrenzung der Anzahl der gleichzeitig startenden Ballons erforderlich. Um die Überlastung des Luftraums zu beheben, führte die türkische Zivilluftfahrtbehörde verschiedene Vorschriften für das Fluggebiet Kappadokien ein, insbesondere ein Slot-Vergabesystem. Infolgedessen wurde die Anzahl der täglich in Kappadokien startenden Ballons auf 154 begrenzt.

Wandern steht auf dem Programm! Eine Rundwanderung vom Campingplatz aus. Ein leichter Start oben auf dem Platau, bis wir zur Abzweigung runter ins Love Valley kommen. Hier zeigt sich schon mal die Auswirkung des regenreichen Winters. Der Abstieg ist um einiges schwieriger, als letztes Jahr. Wir durchwandern das ganze Love Valley bis nach Uchisar. Ungefähr 350 Höhenmeter - eigentlich nicht so viel - aber die haben es in sich!

Zu Beginn noch recht einfach (einen kleinen Teil kennen wir ja) wird es immer schwieriger, den richtigen Weg zu finden. Markierungen? Fehlanzeige!

So heisst es öfters auch mal wieder umkehren, runterklettern, hochklettern, Gräben überwinden, Flüsschen überqueren, Match ausweichen, rutschige Partien meistern usw.  Aber die Kulisse entschädigt für jeden Meter der Mühe!!

Aber die Rundwanderung ist in Uchisar ja noch nicht zu Ende. Durchs Pigeon Valley geht's runter zurück nach Göreme und das ist von der Route her fast noch schwieriger als das Love Valley (ok, vielleicht sind wir ja auch schon etwas müde) aber genau so schön.

Es waren doch einige Leute unterwegs. Wir wurden auch immer wieder angesprochen, ob das der richtige Weg sei und ob es leicht sei.

Unsere Antwort: keine Ahnung, ob das die richtige Route ist und leicht - na ja, das ist Ansichtssache.

Auch ein Einheimischer erklärte einer Gruppe junger Leute mit weissen Sneakers dass die Wanderung nicht so einfach wäre.

Müde, zufrieden, glücklich und voller genialer Eindrücke erreichen wir nach 11 Kilometern Göreme und kehren im ersten Restaurant ein.

Heute noch kochen? Nein danke!

Eine ausgiebige Dusche, ein gemütlicher Abend und wir freuen uns auf's Bett.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 1850 TRY, inkl. V/E, inkl. Strom, WC und Dusche

Morgen 08°° Uhr / 15 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 16°° Uhr / 20 °C

Auch heute fahren die ersten Pickups mit Anhänger bereits um 4 Uhr auf den Platz. Das Wasser in unserer Thermoskanne ist noch warm und so trinken wir zuerst mal einen Kaffee im Bett. Aber dann geht's ab ins Bad. Kaum habe ich, Heidi, halbwegs Kleider angezogen, klopft es an der Türe!

Ein Mann mit oranger Weste fordert uns auf umzuparkieren. Genau auf unserem Platz wird zwar kein Ballon aufgebaut, aber doch sind wir im Weg.

Später stellt sich heraus, dass wir wohl eher für die Fotoshootings im Wege standen. Aber was soll's - schnell sind wir 20 Meter weiter in eine Nische gefahren und stehen immer noch prima. Das Klopfen an der Türe war wirklich diskret und die Aufforderung zum Umparkieren wurde sehr freundlich vorgebracht.

Und dann geht das Spektakel los!!! Unwarscheinlich viele Ballone starten heute auf diesem Plateau - das waren letztes Jahr nur halb soviele.

Und man kann einfach mitten in dieses Geschehen eintauchen. Klar mit Vorsicht, aber man wird nicht aufgehalten und wenn man dann doch mal etwas im Wege ist, wird man freundlich aufgefordert, Abstand zu nehmen.

Langsam erwacht der Tag. Das Schauspiel, das sich uns bietet ist einfach grandios. Auch die Fotoshootings sind nicht ohne. Es wird posiert, sogar ein Heiratsantrag ist dabei, aber auch etwas Erotik hat seinen Platz - einfach verrückt!

Um 6.30 Uhr ist der ganze Spuk vorbei und es kehrt wieder die totale Ruhe ein. Zeit für einen zweiten Kaffee und dann ein ausgiebiges Frühstück. Übrigends, wir haben heute um 5 Uhr mehr gefroren, als im Herbst bei der nächtlichen Polarlichtfotografie in Skandinavien!

Wir verlassen das Plateau des Love Valley und steuern den Panorama Camping in Göreme an. Wir haben Glück - einige sind bereits früh abgefahren und so hat es freie Panoramaplätze. Eigentlich muss man für diese Plätze drei Nächte buchen, aber der Betreiber meint, zwei Nächte würden reichen.

Das passt für uns - eine Pause mit dieser Aussicht und mit V/E, Strom und Dusche - genau der richtige Moment. Wir bleiben!

Gegen Mittag spazieren wir hinunter nach Göreme, lassen uns durch die Gassen treiben, geniessen ein feines Mittagessen und ein oder zwei Souvenirs landen zum Schluss auch im Pfüdi.

Auf unserem Panoramaplatz können wir noch lange draussen die Sonne geniessen und später zuschauen, wie ein Licht nach dem anderen unten im Ort angeht.

Tagesstrecke:  Love Valley - Göreme

Distanz: 9 km

Durchschnittsverbrauch: 17.5 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 16 km/h

Fahrzeit:  32 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 1850 TRY, inkl. V/E, inkl. Strom, WC und Dusche

Morgen 08°° Uhr / 7 °C

Mittag 13°° Uhr / 17 °C

Abend 16°° Uhr / 13 °C

Um 4 Uhr rattern die ersten Pickup mit den Ballonkörben auf dem Anhänger auf den Platz. Schnell werden es immer mehr und dann beginnt das grosse Warten. Gegen 5 Uhr treffen auch die ersten Busse mit den Touristen ein, die eine Ballonfahrt gebucht haben. Das grosse Warten geht weiter. Entgegen dem Wetterbericht halten sich die tiefhängenden Wolken hartnäckig und es sieht nach Regen aus. Um 6 Uhr startet der erste Pickup den Motor und fährt vom Platz. Das ist definitiv das Zeichen für alle anderen. Sofort starten sämtliche Motoren und einer nach dem anderen fährt weg. Zusammen mit all den Touristenbussen, PW's und Leuten von Fotoshootings kommt es zu einem Stau, wohl fast bis Göreme.

Wir dagegen gehen zum gemütlichen Teil zurück, trinken erst mal einen Kaffee und später gibt es dann ein ausgiebiges Frühstück.

Den Vormittag "verplempern" wir etwas bis sich gegen Mittag die Sonne zeigt.

So zieht es uns nach draussen. Und da es von hier oben keinen Weg ins Tal gibt, spazieren wir nicht unten durchs Love Valley, sondern oben dem Plateau entlang, geniessen die Aussichten und einfach die spezielle Atmosphäre, die hier herrscht. Hansruedi hat Zeit für einen ausgiebigen Drohnenflug und ich bin mit dem Fotoapparat unterwegs. Pläne schmieden für die nächsten Tage und die weitere Route ist auch noch angesagt.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 4 °C

Mittag 13°° Uhr / 12 °C

Abend 18°° Uhr / 9 °C

Im Laufe des Abends hörte es auf zu regnen und wir hatten eine ruhige Nacht. So schnell verlassen wir natürlich das Soganli Tal nicht. Da gibt es doch noch einiges zu entdecken. Interessant und schön. Sogar das Wetter macht mit und die Sonne guckt zwischen den Wolken hervor.

Leider können wir nicht durch den Avla Canyon wandern. Der viele Regen des Winters und der letzten Tage macht es sehr schwierig. So müssen wir schweren Herzens darauf verzichten.

Durch tolle Landschaft führt uns die Weiterfahrt Richtung Göreme. Unterwegs füllen wir noch eine unserer Gastankflaschen, soll es doch wieder eine ziemlich kalte Nacht geben. Ein Einkauf und Frischwasser auffüllen wird auch noch erledigt.

Und dann fahren wir einen Übernachtungsplatz an, den wir vom letzten Jahr kennen. Ok, Pfüdi kann definitv auch Offroad. Auch hier sind die Wassergräben um einiges tiefer und die Piste ist an einer Stelle zum Teil weggebrochen, aber wir kommen durch. Wir stärken uns mit einem sehr späten kleinen Mittagessen, eigentlich schon fast "Zvieri". Nach dem Studium des Wetterberichtes fällt die Entscheidung - wir fahren wieder zurück.

In der Nacht wird es ziemlich sicher wieder regnen und dann könnte eine Rückfahrt evt. problematisch werden.

Trotz exorbitant gestiegenem Preis fahren wir zum Aussichtsparkplatz vom Love Valley (Preis letztes Jahr 200 TRY). So nach dem Motto man gönnt sich ja sonst nichts und das Geld kann man irgendwann auch nicht mitnehmen. Man glaubt es kaum - hier stehen mit uns lediglich 3 Womos!

Ganz allgemein sind die Freistehplätze, die man mit dem Fernglas sehen kann, nur spärlich belegt. Die meisten sind wohl nicht ganz einfach anzufahren. Die zwei Campingplätze scheinen da schon mehr belegt zu sein.

Tagesstrecke:  Soğanlı-Tal - Göreme

Distanz: 75 km

Durchschnittsverbrauch: 10.7 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 28 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 39 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 1000 TRY, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 11 °C

Mittag 13°° Uhr / 2 °C

Abend 18°° Uhr / 4 °C

Guten Morgen - oder gut ist Morgen. Seit 36 Stunden regnet es sozusagen ununterbrochen und zum Teil sehr heftig. Auf dem kleinen Campingplatz riecht es stark nach Abwasser und Fäkalien. Das war wohl zuviel Wasser, irgendetwas stimmt da nicht mehr. Zeit aufzubrechen. Heute verbringen wir den Regentag also mit Fahren. Zuerst mal ein Stopp in der Migros, es fehlt doch an Einigem.

Dann starten wir, stellen den Blinker und fahren nordwärts, ab ins Taurusgebirge. Wir überqueren die Kilikische Pforte - ein Pass, der die wichtigste Verbindung zwischen Kilikien und Mittelmeer und dem Hochland von Anatolien ist.

Und man glaubt es kaum, aber die Fotos sind von heute! Auf über 1'400 Meter ü. Meer schneit es und sogar der Schneepflug ist unterwegs.

Die Natur der Kilikische Pforte verbirgt sich aber leider in den Wolken und dem Nebel vor uns.

Der Regen begleitet uns mal mehr mal weniger den ganzen Tag. Gegen 15 Uhr erreichen wir unser Tagesziel, das Soğanlı-Tal. In diesem Tal sind zahlreiche Felsenkirchen und Höhlenbauten in das weiche Tuffgestein der kappadokischen Landschaft eingearbeitet. Ganz zuhinterst finden wir unseren Übernachtungsplatz. Gepflastert, was bei diesem Regen nicht ganz unwichtig ist. Ausser einem Franzosen, der mit einem kleinen Bus unterwegs ist und wohl auch hier übernachtet, erscheint bis am Abend kein Mensch.

Wir nutzen eine Regenpause, um die Höhlen und Kirchen hier zu erkunden. Leider ist die Tahtali Kirche mit Toren verschlossen.

Nach dem langen Fahrtag tut die Bewegung gut und man glaubt es fast nicht, ein kleines blaues Loch erscheint am Himmel.

Lieder ist die Erscheinung nur von kurzer Dauer, der Regen setzt bald wieder ein. Jetzt wartet ein ruhiger und gemütlicher Abend auf uns und dann hoffentlich auch eine ruhige Nacht.

Tagesstrecke:  Tarsus - Soğanlı-Tal

Distanz: 256 km

Durchschnittsverbrauch: 10.4 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 49 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 8 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer