Montag, 20. April

Morgen 08°° Uhr / 8 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Ich, Heidi habe schlecht geschlafen. Noch vor 5 Uhr rattern die ersten Pickups mit den Ballonen auf den Anhängern über den Platz. Ich höre sie, aber ich drehe mich einfach um, den eigentlich kann ich endlich schlafen. Der Start erfolgt aber schlussendlich nicht bei unserem Übernachtungsplatz.

Um 7 Uhr hält mich dann aber doch nichts mehr im Bett, schnell Pullover und Hosen anziehen und vor die Türe. Hansruedi ist schon längst draussen.

Wir haben die letzte Nacht ganz alleine hier verbracht. Irgendwie fühlen wir es - dieses Jahr ist hier viel weniger los.

Und so beschliessen wir, zuerst mal gemütlich zu frühstücken. Um 9.30 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zum Eingang. Hier steigt man direkt bei den Sinterterrassen ein. Das heisst Schuhe ausziehen und los.

Der Eintritt ist tatsächlich noch der gleiche wie letztes Jahr. 30 Euro pro Person – nicht ganz so günstig 😉

Wir haben es gelesen und es ist so – es fliesst weniger Wasser und nicht alle Becken sind richtig gefüllt. Aber wir geniessen es trotzdem und es sind tatsächlich viel weniger Menschen unterwegs. Oben angekommen heisst es erst einmal Füsse trocknen und Schuhe anziehen.

Bei einer Pause geniessen wir auch hier erst mal die Aussicht.

Im Laufe von Jahrtausenden bildeten sich die Sinterterrassen von Pamukkale aus den Kalkablagerungen des Thermalwassers, das über den Hang hinabrieselt. Es entspringt aus mehreren Quellen.

Letztes Jahr sind wir von hier auf recht direktem Weg zum oberen Ausgang gewandert und mit einem Taxi zu unserem Womo zurückgefahren.

Grund: Ein Knie von Hansruedi streikte – leider nicht nur an diesem Tag.

Heute entdecken wir weitere Terrassen mit schönem Blick über das Land.

Aber noch viel schöner – wir können heute auch die Bäderstadt Hierapolis erkunden. Einfach fast unvorstellbar, was hier gebaut wurde.

Am liebsten möchte man sich mal kurz in diese Zeit zurückbeamen.

Der pergamenische König Eumenes II gründete 190 v. Chr. oberhalb der Terrassen das Heilbad Hierapolis. 133 v. Chr, fiel der Ort durch Erbschaft ans Römische Reich. Nach einem verheerenden Erdbeben 1334 wurde Hierapolis aufgegeben. 

Über 4 Stunden waren wir unterwegs und wir sind diesmal vom oberen Ausgang noch bis zu unserem Womo gewandert.

Wir stärken uns mit einem kleinen Salat und machen uns dann nochmals auf ins Dorf Pamukkale. Hier gibt es einen Vodafon-Shop. Gestern war zwar die Türe offen, aber weit und breit kein Mensch da. Auch klingeln brachte keinen Erfolg. Leider haben wir auch heute kein Glück.

Unsere Bytes gehen langsam zu Ende. Wenn wir nicht bald einen SIM-Karte kaufen können, sind wir leider offline.

Heute aktivieren wir wieder unsere eigene Küche und geniessen einen gemütlichen Abend. Und wir stehen tatsächlich nicht mehr alleine hier.

Zu uns haben sich drei Einheimische und drei Deutsche gesellt. Aber die Wiese ist sehr gross und alle stehen in gebührendem Abstand. Bravo!

Im Moment (19.15 Uhr) sieht es so aus, als müssten wir heute keine Parkgebühren bezahlen – warum auch immer!

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Sonntag, 19. April

Morgen 08°° Uhr / 17 °C

Mittag 13°° Uhr / 14 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Wir haben den Frust und vor allem die happige Fahrt von gestern verdaut und starten in einen wolkenlosen Tag. Der heftige Wind in der Nacht hat die Luft gereinigt. Die Welt sieht so klar aus wie seit fast einer Woche nicht mehr.

Wir fahren die Halbinsel wieder zurück. Ausgeruht und bei diesem Wetter ein Genuss. Die Aussicht von unserem Frühstücksplatz ist phantastisch. Wir stoppen immer wieder, um die Ausblicke zu geniessen. Wer nämlich denkt, dass so eine Halbinsel doch sicher relativ flach sei, irrt gewaltig. Wir haben es auch nicht geahnt, aber bis Marmaris (ca. 95 Kilometer) überqueren wir mindestens drei Pässe. Zusammengerechnet, bis zu unserem Tagesziel, kommen heute mindestens 3000 Höhenmeter zusammen, wahrscheinlich sogar noch mehr.

Wir haben uns entschieden, nochmals Pamukkale anzusteuern. Bei der Ankunft dann der Schreck des Tages – der angepeilte Übernachtungsplatz (eine Wiese mit Sicht auf die Sinterterrassen) ist jetzt abgesperrt. So auf die Schnelle steuern wir einen anderen Platz an, halt ohne schöne Aussicht und zu weit weg vom Dorf Pamukkale. Etwas ratlos stehen wir da. Ein Mann auf einem Roller taucht plötzlich auf. Ok, er ist uns wohl unbemerkt gefolgt und will uns eigentlich eine Ballonfahrt schmackhaft machen. Ein Wort gibt das andere und wir erfahren, dass man auf dem ersten Platz immer noch übernachten kann, die Einfahrt an einem anderen Ort ist und es jetzt 250 TL pro Nacht kostet.

Die einen ärgern sich über diese Kosten, wir freuen uns einfach darüber und finden diese umgerechnet 4.35 CHF nicht die Welt.

Wir geniessen einen Spaziergang durch’s Dorf und ein frühes Nachtessen verhilft uns zu einem kochfreien Tag!

Und es ist kaum zu glauben – wir stehen hier gaaanz alleine!!!

Tagesstrecke:   Datça - Pamukkale

Distanz: 281 km

Durchschnittsverbrauch: 10.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 55 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 1 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 250 TRY, inkl. Müllcontainer

Samstag, 18. April

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 22 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Ein vielversprechender Start in den Tag. Sogar die Sonne zeigt sich!

Und die Nacht war, ausser zeitweise etwas Hundegebell, erstaunlich ruhig.

Unsere Nachbarn verhielten sich äusserst rücksichtsvoll. Nicht selbstverständlich, danke dafür.

Wir haben heute ein klares Ziel, nur ca. 44 Kilometer entfernt. Nur schickt uns das Navi auf eine Strecke, die für uns eigentlich nicht fahrbar ist. Im letzten Moment können wir noch umkehren, aber die Rückfahrt von fast 20 Kilometern hat es auch wieder in sich.

Und so endet der Tag mit dem vielversprechenden Start halt leider mit etwas Frust, auch das gehört zu einer Reise. Das war’s für heute. 

Tagesstrecke:   Kapikiri am Bafa Gölü - Datça

Distanz: 243 km

Durchschnittsverbrauch: 10.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 46 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 12 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Freitag, 17. April

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 24 °C

Abend 18°° Uhr / 18 °C

Langsam reicht es - wir starten wieder in einen grauen Tag. Ach was soll's. Es regnet nicht und es ist eigentllich angenehm warm. Wir schrauben uns die Höhenmeter wieder hinunter und nehmen Kurs auf den Bafa Gölü.

Kurz nach dem Mittag sind wir da, also genau richtig für unseren kleinen Salat. Dazu noch ein ausgiebiger und herzlicher Schwatz mit einem Paar aus dem Kanton Freiburg, doch tatsächlich die ersten nicht türkischen Touristen, die wir antreffen. Sie fahren aber weiter und wir machen uns auf, um diesen Ort zu erkunden. Herakleia, eine interessante antike Stätte liegt am Bafa-See, am Fuß des unzugänglichen Latmos-Gebirges.

Zwischen den Überresten der antiken Stadt steht heute das Dorf Kapıkiri. Kein Eintritt, einfach frei herumlaufen und geniessen.

Zudem steht da noch ein Flugzeug, das nach einem Unfall geborgen wurde und seither hier am Ufer des Sees steht.

Schlussendlich stehen wir hier auf dem einzigen Parkplatz auf dem das Übernachten erlaubt ist, mitten unter Einheimischen.

Die Sonne drückt zwischendurch etwas durch die Wolken und am Abend erleben wir den ersten richtigen, jedoch recht kurzen Regen dieser Reise. Jetzt hoffen wir einfach auf eine einigermassen ruhige Nacht.

Tagesstrecke:   Gölcük - Kapikiri am Bafa Gölü

Distanz:198 km

Durchschnittsverbrauch: 8.4 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 54 km/h

Fahrzeit: 3 Std. 39 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer

Donnerstag, 16. April

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Der Abstecher zum Unesco Weltkulturerbe Dörfchen Cumalikizik bedeutet halt schon einige Kilometer Umweg auf unserer halbwegs geplanten Route.

Seit einigen Tagen beglückt uns das Wetter mit viel GRAU! Zwar drückt immer mal wieder die Sonne durch die Wolkendecke und es ist auch angenehm warm, aber grau bleibt grau! So legen wir heute einfach einige Kilometer Richtung Süden zurück. Stoppen in Balikesir für den ersten Einkauf in der Migros, einem 5M. Auf der Schnellstrasse, der wir über viele Kilometer folgen begegnen uns interessant beladene Lastwagen. Bei einigen hat man fast Angst, dass sie bald einmal umkippen!

Schlussendlich verlassen wir aber die Schnellstrasse und fahren über Landstrassen weiter und schrauben uns auf knapp über 1'000 Meter hoch.

Und auch hier sehen wir gewaltige Unwetterschäden. Einen Teil der Strecke sind wir auch letztes Jahr gefahren - schrecklich wie das heute aussieht.

Von Portugal über Spanien, Italien, Griechenland usw. bis hier in die Türkei liest und hört man von diesen grossen Unwetterschäden, und einiges davon haben wir mit eigenen Augen gesehen. Die Aufwärmarbeiten sind überall in vollem Gang.

Die Fahrt ging heute einige Kilometer weiter als gedacht. Aber der Übernachtungsplatz in Akhisar hat uns gar nicht gefallen.

Da haben wir uns an den Gölü (See) Gölük erinnert und hier finden wir einen Platz direkt am See, zwar an einer Strasse, aber wenigstens keine Durchgangsstrasse. Auf dem kleinen Platz steht ein türkischer Wohnwagen und die beiden Einheimischen begrüssen uns herzlich und haben gar nichts dagegen, dass wir hier ebenfalls übernachten. Wir sind froh, bis hierher gefahren zu sein.

Tagesstrecke:   Nilüfer, Vorort von Bursa - Gölcük

Distanz: 335 km

Durchschnittsverbrauch: 9.3 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  61 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 24 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer (der leider viel zu wenig genutzt wird)

Mittwoch, 15. April

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / .19 °C

Cumalikizik - ein kleines osmanisches Dorf, mit schmalen Gassen und beeindruckenden, teilweise 600 Jahre alten Häusern  - Unesco Weltkulturerbe!

Da möchte ich, Heidi heute hin. Gleich vorneweg, wir bekommen heute das ganz grosse türkische Programm. Wir starten durch schöne Landschaft dem Marmarameer entlang und landen schlussendlich im Vollprogramm einer Stadtdurchfahrt. Die Durchquerung von Bursa empfinden wir als anstrengender, als letztes Jahr die Fahrt durch Istanbul!

Und dann sind wir endlich da, in Cumalikizik! Der grosse Parkplatz ist eher spärlich belegt. Wir gönnen uns zuerst eine Mittagspause.

Die Gassen, die Häuser, die Architektur - das ist eigentlich das Weltkulturerbe. Wir müssen es einfach ein bisschen suchen, zwischen all den Souvenirläden. Wir sind der Meinung, dass uns das durchaus gelungen ist.

Uns hat es trotz dem "Touristenchram" gefallen, durch die Gassen zu flanieren.

Zum Schluss des Tages landen wir auf dem Ata Caravanpark in einem Vorort von Bursa. In p4n ist der Platz als Stellplatz ausgewiesen.

In Wirklichkeit ist es ein kleiner Campingplatz und die meisten Plätze sind von Dauercampern belegt. Nur ist zur Zeit von denen niemand da.

Ein älteres Ehepaar öffnet uns das Tor und dank Google-Übersetzter klappt auch die Verständigung.

Da trifft doch etwas später tatsächlich noch ein weiteres Womo ein. Ein türkischer Digital Creator beehrt den Platz und schwupps, kaum hat er den Motor abgestellt wird der nächste Instagrammbeitrag aufgenommen. fuatoyasakin ist sein Instagrammaccount und in seinem neusten Beitrag sieht man das schönste Womo - nämlich unseren Pfüdi ;-) Was er da plappert, verstehen wir halt nicht, aber immerhin folgen ihm über 100'000 Leute. Boah... da können wir halt nicht mithalten;-)

Tagesstrecke:   Çardak - Nilüfer, Vorort von Bursa

Distanz: 291 km

Durchschnittsverbrauch: 9.3 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  63 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 33 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 1000 TRY, inkl. V/E, inkl. Strom

Dienstag, 14. April

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 18 °C

Abend 18°° Uhr / 14 °C

Das mehrheitlich graue Wetter bleibt uns auch heute treu.

Wenigstens sind die Duschen hier auf dem Campingplatz in Betrieb und das Wasser ist sogar herrlich warm. Also klar, dass wir die nutzen.

Tja, und dann geht unsere Reise weiter. Plan A war ja, nochmals in die Türkei zu reisen und bis zum Vansee zu fahren. Plan B eine Rundreise, die jetzt mit Bulgarien, Rumänien, Ungarn usw. fortgesetzt wird.

Also starten wir Himmelsrichtung Nordost. Heute Dienstag sind auch die Geschäfte wieder offen und so stoppen wir als erstes bei einem

AB-Supermarkt. Bei einem Laden für Tierbedarf erstehen wir noch 3 Pack Hasenstreu – die brauchen wir für unsere Trockentrenntoilette.

Letzter Halt folgt dann beim Lidl. Hier gibt es in Griechenland unserer Meinung nach das beste Brot.

Dann sind wir endgültig wieder on the road. Und plötzlich kommt sie – die ominöse Kreuzung. Und wie von Geisterhand stellt sich der Blinker nach rechts und wir fahren ostwärts! Ein kleiner Abstecher in die Türkei! Warum eigentlich nicht?

Spass bei Seite - so spontan ist das nicht. Wir haben vor zwei, drei Tagen beschlossen, diesen Abstecher zu machen. Auch von der Türkei aus kann man in Bulgarien einreisen.


Kurz vor der Grenze halten wir an und ich, Heidi übernehme das Steuer. Bei der Einreise in die Türkei wird auch das Fahrzeug erfasst und da ist es am einfachsten, wenn derjenige fährt, auf den das Fahrzeug zugelassen ist.

Als erstes erfolgt dann die Passkontrolle. Alle Mitreisende müssen aussteigen und werden auch mittels einer Kamera erfasst. Und da passiert es wieder, wie letztes Jahr. Kaum sehen die Beamten meinen Vornamen, wird das ganze Prozedere zu einem fröhlichen Augenblick. Der Heidifilm ist in der Türkei wohl sehr bekannt. Und ganz ehrlich, wir haben schon viele Grenzen passiert, aber so fröhlich und mit Lachen, das geht nur in der Türkei. Bei der zweiten Station wird dann das Fahrzeug erfasst. Zuerst fragt der Beamte fast etwas ungläubig, ob das Womo mir gehört. Ja klar (er muss ja nicht wissen, dass wir beide dafür Geld ausgegeben haben und ich einfach als Fahrzeughalter eingetragen bin) und dann entdeckt er meinen Vornamen und die Atmosphäre ist auch hier heiter und lustig. 

 

Erster Stopp gleich nach der Grenze ist in Ipsala. Wir wollen diesmal unbedingt eine Autobahnvignette kaufen. Das kann man bei der PTT erledigen. Bis das Geschäft nach dem Mittag endlich öffnet, hat sich eine recht grosse Menschentraube angesammelt. Nach 30 Minuten haben wir es geschafft. Damit können wir die Dardanellen-Meerenge via Autobahnbrücke überqueren.

Die Dardanellen sind eine Meerenge im Mittelmeer zwischen dem Ägaischen Meer und dem Marmarameer, das selbst dann über den anschliessenden Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden ist.

Kurz nach der Brücke finden wir etwas ausserhalb von Cardak auf einer kleinen Insel unseren ersten Übernachtungsplatz.

Wir freuen uns auf die Tage in der Türkei.

Tagesstrecke:   Alexandroupolis - Çardak

Distanz: 183 km

Durchschnittsverbrauch: 9.7 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 51  km/h

Fahrzeit: 3 Std. 33 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 TRY, inkl. Müllcontainer!

Montag, 13. April

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 18 °C

Wir standen bereits letztes Jahr, genau am orthodoxen Osterfest (eine Woche später) auf diesem Strandparkplatz, da war aber einiges mehr los. Die letzte Nacht war sehr ruhig, niemand hat uns gestört und ein zweites Womo stand mehr als 100 Meter entfernt.

Auch der heutige Tag ist mehr grau als sonnig. Unser Ziel für heute: Camping Municipal in Alexandroupoli. Eine ereignislose Fahrt bringt uns dahin. Warum fährt man auf diesen Platz? Hier gibt es eine Waschmaschine. Und da wir morgen ins nächste Land reisen, wäre es doch ganz praktisch, die Bettwäsche nach 3 Wochen mal zu waschen. Wer weiss, wann sich diese Gelegenheit wieder bietet. Aber diese Rechnung geht nicht auf.

Die Loundry’s sind, warum auch immer, nicht in Betrieb!!!!

Ganz ehrlich – der Frust ist gerade gross. So machen wir wenigstens eine kleine Handwäsche.

Der nächste Frust folgt sogleich. Eigentlich sind wir mit unserer Parzelle (erstes Bild) ganz zufrieden, wenn da nicht plötzlich kurz nach dem Mittag ein anhaltender, lauter, durchdringender, kopfwehgebender, lärmender Ton genau in unserer Nähe zu hören ist. Wir gehen dem Übel auf den Grund und siehe da, es ist der Küchenabluftventilator des nahen Campingrestaurants. Das dauert also noch weit bis in die Nacht hinein.

Da gibt es nur eine Lösung – umziehen. Eigentlich hört man es auf dem ganzen Platz, aber ganz hinten ist es erträglich. Und jetzt haben wir sogar Meerblick, also wenigstens, wenn wir aus der Womotüre blicken. Am Strand wurde mit Baggern ein hoher Schutzwall errichtet. Unwetter haben den Platz zum Teil überschwemmt.

So ist es halt – nicht jeder Tag ist genial. Aber auch das gehört zu einer Reise.

Tagesstrecke:   Orfano - Alexandroupolis

Distanz: 196 km

Durchschnittsverbrauch: 9.5 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 68  km/h

Fahrzeit: 2 Std. 51 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 20 Euro, inkl. V/E, ohne Strom

Sonntag, 12. April

Morgen 08°° Uhr / 8 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 17 °C

Heute einfach mal kurz und bündig. Wir ziehen weiter ostwärts. Und werden tatsächlich unterwegs von der Polizei rausgewunken. Führerausweiskontolle und auch einen Blick ins Womo will der überaus freundliche Polizist werfen. Das ganze dauert sicher 10 Minuten, aber nicht, weil etwas zu beanstanden wäre, sondern weil die zwei Polizisten in abloluter Plauderlaune sind. Sie wollen wissen, was den so ein Womo in der Schweiz kostet, was für Reisepläne wir haben und geben auch gleich noch ein paar Tipps ab, wo wir stoppen sollten. Dann will der eine nochmals den Führerausweis von Hansruedi sehen, nur um festzustellen, dass er 15 Jahre jünger sei. Eine lustige und herzliche Begegnung!

Wir übernachten heute an einem Strand auf einem Parkplatz, was seit diesem Jahr für die Womos wieder für 24 Stunden erlaubt ist.

Wir hoffen, dass diese Information stimmt.

Tagesstrecke:   Agios Panteleimonas - Orfano

Distanz: 231 km

Durchschnittsverbrauch: 9.1 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 67  km/h

Fahrzeit: 3 Std. 25 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Müllcontainer

Samstag, 11. April

Morgen 08°° Uhr / 9 °C

Mittag 13°° Uhr / 16 °C

Abend 18°° Uhr / 13 °C

Tatsächlich eine neue Wetterfarbe: GRAU und auch kühl. Wir haben inmitten der Zeltler gut geschlafen. Wer nämlich meint, die seien zum Feiern und Trinken hier, der irrt. Die meisten, der vor allem jungen Leuten sind zum Klettern hier. Die Felsenlandschaft ist ein bekanntes und anspruchsvolles Klettergebiet und deshalb wollen alle ausgeruht und fit in den Tag starten.

Wir aber ziehen bei diesem grauen Wetter weiter. Wir kennen die Gegend bei herrlichem Sonnenschein und haben auch 4 dieser Klöster schon besichtigt. Das grösste, aber auch meistbesuchte fehlt noch, aber die Welt wird nicht untergehen, wenn wir das nicht gesehen haben.

Erster Punkt heute: einkaufen. Das können wir gleich im Nachbardorf erledigen und dann führt uns die Route weiter nordostwärts.

Beim See Vegoritid gibt es einen stillgelegten Campingplatz, auf dem man jedoch weiterhin übernachten darf. Die kalte Jahreszeit ist vorbei, das Wasser ist wieder angestellt und läuft jetzt sogar im heruntergekommenen Sanitärhaus. Den Zustand der Einrichtungen beschreibe ich hier lieber nicht so genau. Es wird ja auf keine Art und Weise gewartet oder geputzt. Aber wir haben ja alles dabei, was man braucht.

Diesmal haben wir auch den, unserer Meinung nach, schönsten Platz erwischt und geniessen die Aussicht auf den See.

Drinnen ist es gemütlich, draussen pfeift der Wind und so bilden sich kleine Schaumkronen auf dem Wasser.

Tagesstrecke:   Meteora - Agios Panteleimonas

Distanz: 174 km

Durchschnittsverbrauch: 9.9 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  51 km/h

Fahrzeit: 3 Std. 22 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Wasser und Müllcontainer

Freitag, 10. April

Morgen 08°° Uhr / 11 °C

Mittag 13°° Uhr / 19 °C

Abend 18°° Uhr / 19 °C

Die Entscheidung ist gefallen - wir fahren nach Meteora. Wer uns etwas kennt, weiss, dass wir nicht ungedingt die schnellste Route wählen, sondern lieber die schönste. Und meistens heisst das halt dann auch die kurvenreichere Route, aber dafür herrliche Ausblicke.

Und heute bedeutet es auch eine Route, die wir noch nie gefahren sind. Es ist unser dritter Stopp bei den Meteora Klöstern.

Hmm... es herrscht relativ viel Ausflugsverkehr, vor allem Einheimische sind unterwegs. Ein Feiertag? Google weiss doch alles!

Rätsels Lösung - in Griechenland wird Ostern eine Woche später gefeiert als bei uns!

Mensch, das hätten wir doch noch wissen müssen, sind wir nicht zum ersten Mal in diesem Land um diese Zeit.

Ok, das bedeutet morgen Samstag unbedingt einkaufen, den Sonntag und Montag sind alle Geschäfte geschlossen.

Und das erklärt auch, weshalb auf dem Campingplatz unterhalb der Klöster soviele Einheimische ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Eigentlich wollten wir morgen mit den Bikes hoch zu den Klöstern. Leider hat der Wetterbericht kurzfristig seine Prognose geändert.

Wir lassen es auf uns zukommen.

Jetzt geht's mal zuerst zu Fuss hoch ins Dorf Kastraki. Hier geht's nämlich immer rauf oder runter. Wir finden eine Taverne mit einer kleinen sonnigen Terrasse und gönnen uns ein feines Nachtessen. Anschliessend spazieren wir noch hoch bis zum Dorfplatz, ein kurzer Blick in die Kirche, die heute Karfreitag von vielen besucht wird und dann gemütlich wieder alles runter bis zu unserem trauten Heim auf Rädern.

Tagesstrecke:   Igoumenitsa, Griechenland - Meteora

Distanz: 210 km

Durchschnittsverbrauch: 10.1 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  49 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 16 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 25 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom, ACSI-Platz

Donnerstag, 9. April

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 22 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Eine Pause muss auch mal sein und so bleiben wir heute einfach hier. Ausschlafen, etwas Arbeit und sonst einfach geniessen. Endlich Zeit zum Lesen, zum Planen, zum Plaudern - auch mit den Nachbarn, auf's Meer schauen, die Wellen beobachten, Sonne tanken,  usw. usw. 

Fotos gibt es von diesem Tag keine. Punkt, fertig aus und Amen!

​​​​​​​Stellplatzkosten: 25 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom, ACSI-Platz

Mittwoch, 8. April

Morgen 08°° Uhr / 9 °C

Mittag 13°° Uhr / 23 °C

Abend 18°° Uhr / 21 °C

Der heutige Fahrtag soll deutlich kürzer werden! Als erstes geben wir unsere restlichen albanischen Lek aus. Für 4'000 Lek gibt es 17 Liter Diesel.

Wir wählen den Weg über die Ksamil-Halbinsel und stoppen natürlich beim Aussichtspunkt. Bei Butrint überqueren wir mit der abenteuerlichen Seilzugfähre die Meerenge. Ein nicht ganz günstiger Spass - für die ca. 100 Meter bezahlt man mit dem Wohnmobil 14 Euro. Aber es ist ein Erlebnis. 1 Wohnmobil und höchstens noch 1 Pw, dann ist sie voll! Gleich danach besichtigen wir die dreieckige venezianische Burg. Nicht spektakulär, dafür ohne die vielen Touristen, die am anderen Ufer Butrint besichtigen.

Wir kommen auch beim See Mursi vorbei. Hier hätten wir gerne den Fahrtag beendet, aber das hervorragende ULU-Restaurant mit ein paar wenigen wunderschönen Stellplätzen direkt am See, geführt von einem Schweizer Paar und einer Albanirin, ist seit letztem Herbst nicht mehr existent.

Warum können wir nicht genau erklären, aber sehr, sehr schade. Die Betreiber melden, dass es irgendwo, irgendwie weitergehen werde.

Bald erreichen wir die Grenze zu Griechenland und in sagenhaften 15 Minuten sind beide Grenzübergänge passiert- Rekord!!

Kurz nach der Grenze gibt es ein paar wenige Freistehplätze. Einen Moment überlegen wir zu bleiben. Es stehen aber doch schon Camper hier und auch von Einheimischen werden die Plätze genutzt. Wir aber haben kaum mehr Frischwasser im Tank und eigentlich Lust auf eine Pause. So quartieren wir uns auf dem Camping Kalami Beach, 6 km südlich von Igoumintsa ein. Das kleine Restaurant hat jeden Tag von 17 - 19 Uhr geöffnet und bietet eine kleine Speisekarte, was wir heute Abend gerne nutzen. Morgen gibt's einen Ruhetag. Vor allem wollen wir Entscheidungen treffen, wie unsere Reise weiter gehen soll.

Tagesstrecke:   Sarande, Albanien - Igoumenitsa, Griechenland

Distanz:  74 km

Durchschnittsverbrauch: 10.0 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  33 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 10 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 25 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom, ACSI-Platz

Dienstag, 7. April

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 21 °C

Abend 18°° Uhr / 18 °C

2023 sind wir das letzte Mal über den Llogara-Pass gefahren. Also ist es heute doch wieder mal Zeit dafür. Die Feiertage sind vorbei - das merkt man sehr gut am flüssigen Verkehr. So entscheiden wir uns mitten durch Vlora zu fahren, was auch problemlos klappt.

Und dann kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zwischen Vlora und Orikum ist und bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Da sind und schiessen immer noch kleinere und grössere Hotelanlagen in die Höhe, Uferpromenaden werden neu gestaltet, ja ganze Uferabschnitte werden komplett "umgekrempelt".

Im Sommer 2024 wurde der Llogara-Tunnel eröffnet, mit 6km der längste Tunnel Albaniens. So erreicht man jetzt natürlich die nächste Küstenriviera in kurzer Zeit. Und wir haben die grösste Mühe, den Weg Richtung Llogara-Pass zu finden. Wegweiser aufstellen ist nicht gerade die Stärke der Albaner.

GoogleMaps zeigt uns zwar, dass es unmittelbar vor dem Tunnel noch eine Ausfahrt Richtung Pass geben sollte, aber GoogleMaps soll man auch nicht immer glauben. So fahren wir etwas kreuz und quer und hin und her, finden schlussendlich unseren eigenen Weg ,um auf die Passroute zu kommen, und stellen dann fest, dass es etwa 50 Meter vor dem mautpflichtigen Tunnel doch tatsächlich eine beschilderte Abzweigung Richtung Pass gibt. Vorher war da von einem Pass rein gar nichts mehr ausgeschildert.

Wir geniessen die Fahrt ungemein, der Verkehr ist sehr, sehr gering und beim grossen Aussichtspunkt stoppen wir dann für unsere ausgiebige Mittagspause.

Der Ausblick auf die Küste nach dem Tunnel oder dem Pass zeigt, dass die Bautätigkeit, die schon 2023 heftig im Gange war, ein noch viel grösseres Ausmass angenommen hat. Was hier in den letzten 3 Jahren aus dem Boden gestampft wurden ist schon fast gigantisch und das zieht natürlich auch einen riesigen Ausbau des Strassennetzes nach sich. Die auch hier fehlenden Wegweiser und Ausschilderungen führen dazu, dass wir etwas im "Kako" herumfahren. Der Lastwagenverkehr ist zudem einfach gewaltig und sie sind schwer beladen!

Kein Wunder dauert unsere Fahrt heute einiges länger. Aber schlussendlich erreichen wir den Stellplatz in Saranda. Ein schönes Plätzchen hat auf uns gewartet. Wir richten uns ein und geniessen bei einem Apero die Ruhe und den Blick auf's Meer. Nach einem Strandspaziergang beschliessen wir selber zu kochen. Noch sind längst nicht alle Restaurants offen und irgendwie haben wir einfach gar keine Lust, auswärts zu essen.

Heute ist es zu Hause einfach am schönsten.

Tagesstrecke:   Karpen, Camping Pa Emer - Sarande

Distanz: 246 km

Durchschnittsverbrauch: 10.5 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 45 km/h

Fahrzeit: 5 Std. 26 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 25 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom