Freitag 4. September

Morgen 08°° Uhr / 12 °C

Mittag 13°° Uhr / 26 °C

Abend 18°° Uhr / 24 °C

Kein Auto, kein Pips, einfach gar nichts hat unsere Nachtruhe gestört.

Um 9.58 Uhr fährt unser kleiner gelber Zug hier in Font Romeu ab. Wir haben also viel Zeit für unser Frühstück.

Der offene Wagen wird von den Leuten regelrecht gekapert. Wir steigen ganz vorne in einen Wagon und haben den auch eine Weile für uns ganz alleine - herrlich. Wir geniessen die Fahrt durch die Landschaft. Beim Bahnhof Mont Louis steigen dann jedoch sehr viele Leute zu, die mit zwei Reisecaren angereist sind und unsere Idylle ist jäh zu Ende. Die Platzverhältnisse bei den Sitzen sind extrem eng und wir ziehen es vor auf die offene Plattform auszuweichen und lieber zu stehen.

Schliesslich erreichen wir Villefranche-de-Conflent und hier haben wir zwei Stunden Aufenthalt. Wir schlendern durch das schmucken Dorf und gönnen uns auch ein Mittagessen. Der Ort ist ganz klar auf die Touristen des kleinen gelben Zuges ausgerichtet, aber unseren AperolSpritz finden wir dann mit 12 Euro pro Stück schon an der obersten Grenze. Wir haben ihn aber trotzdem genossen!

Beim Bahnhof in Villefranche erleben wir dann beim Einsteigen wieder die nervösen und aufgeregten Leute. Man wird bei der Billettekontrolle fast nach vorne geschupst. Aber wir haben Glück und können für die Rückfahrt im offenen Wagon einsteigen und erst noch aussen am Rand sitzen.

So geniessen wir die Fahrt und amüsieren uns auch etwas über die Mitreisenden.

Um 15.30 Uhr sind wir wieder in Font Romeu bei unserem Pfüdi. Der petit Train jaune - ja, es hat sich gelohnt, etwas weniger Leute wäre schön gewesen, vorallem die Hektik, das Gedränge, der Kampf der Leute, um die besten Plätze war mühsam.

Wir beschliessen, heute nicht mehr beim Bahnhof zu übernachten und finden auf dem Col de Puymorens einen Übernachtungsplatz mit schöner Aussicht.



Hier noch ein paar Infos zum kleinen gelben Zug:

Der Petit Train Jaune, auch liebevoll „Le Canari“ genannt, ist eine der schönsten und ungewöhnlichsten Bahnstrecken in den französischen Pyrenäen. Er fährt durch die Pyrénées-Orientales im katalanischen Teil Frankreichs.

Die Strecke verbindet Villefranche-de-Conflent mit Latour-de-Carol-Enveitg und führt mitten durch den Regionalen Naturpark der Katalanischen Pyrenäen. Dabei überwindet die Bahn mehr als 1.000 Höhenmeter und erreicht bei Bolquère-Eyne 1.593 Meter – dort befindet sich der höchstgelegene Bahnhof Frankreichs.

Die auffällige gelbe Farbe mit dem roten Streifen ist an die katalanischen Farben Gelb und Rot angelehnt. Wegen seiner Farbe trägt der Zug auch den Spitznamen „Canari“ – Kanarienvogel. 

Tagesstrecke: Font Romeu - Col de Puymorens

Distanz: 40 km

Durchschnittsverbrauch: 14.9 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  29 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 10 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. schöne Aussicht

Samstag, 5. September

Morgen 08°° Uhr / 15 °C

Mittag 13°° Uhr / 27 °C

Abend 18°° Uhr / 24 °C

Wir haben es gestern Abend nicht geschafft, eine Entscheidung zu fällen, wie es heute weiter gehen soll. Also ist das für heute unsere erste Aufgabe.

Als erstes gibt es eine Bestandesaufnahme. Essen haben wir noch genug, verhungern müssen wir nicht. Trinken ist auch von allem noch genug an Bord, sowohl akoholische als auch nichtalkoholische Getränke, also verdursten müssen wir auch nicht.

Etwas kritischer sieht es beim Wasservorrat aus. Zum Duschen wird es wohl nicht mehr reichen, aber das wird doch sowieso etwas überbewertet -;)

Für solche Fälle haben wir ja die Waschlappen an Bord. Die Enscheidung ist da - wir bleiben hier!

Nach dem gemütlichen Frühstück steht dann die nächste Entscheidung an. Was tun wir den heute den ganzen Tag?

Und das ist doch wohl nahenliegend, schliesslich stehen wir mitten in den Pyrenäen - wir gehen wandern!

Kurz nach dem Start die Erkenntnis - wir sind zu spät gestartet und haben somit die Geburt eines kleinen Fohlens mitten im Gelände verpasst.

Wir beobachten die beiden und freuen uns riesig, dass das Kleine endlich seine ganzen Kräfte sammelt,  aufsteht und auch schnell die Zitzen seiner Mutter findet.

Und dann geht es stetig aufwärts durch die herrliche Bergwelt. Es ist warm, wir schwitzen, wir schnaufen aber wir geniessen.

Nach drei Stunden sind wir müde aber zufrieden wieder bei unserem Pfüdi.

Der Rest des Tages gehört der Gemütlichkeit, dem Kochen, dem Abwaschen, dem Planen der Weiterreise und der Vorrfreude auf eine Dusche-;)

Tagesstrecke:

Distanz:  km

Durchschnittsverbrauch:  l

Durchschnittsgeschwindigkeit:   km/h

Fahrzeit:  Std.  Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. schöne Aussicht

Morgen 08°° Uhr / 17 °C

Mittag 13°° Uhr / 35 °C

Abend 18°° Uhr / 25 °C

Der Wassermangel zwingt uns heute zum Weiterfahren. Eigentlich nicht nur – wir wollen wirklich weiter – einfach durch die Pyrenäen westwärts weitertuckern. Wir haben da noch ein paar Fähnchen im Google Maps, die wir gerne abhaken würden. Die heutige Route ist ungefähr festgelegt, der erste Stopp ist bei einem Intermarché, der auch heute Sonntag geöffnet hat, der zweite Stopp dann bei einem Brunnen, damit wir den Frischwassertank auffüllen können und dann einfach einen schönen Übernachtungsplatz auf irgendeinem einem Col.

Tja, manchmal kommt es anders als geplant. Kaum abgefahren zeigt mir, Heidi, Google Maps einen riesigen Stau an wegen einem Unfall. Nun es ist zu spät, umkehren können wir nicht mehr. Für die ca. 27 Kilometer bis zum Intermarché brauchen wir ca, 2.5 Stunden. Eine Stunde lang geht gar nichts. Wir rutschen lediglich etwas weiter, weil einige PW’s umkehren. Wir sind zu gross, wir müssen da durch. Wir haben auf den gesamten 27 Kilometer nicht ein einziges Anzeichen eines Unfalls gesehen – einfach gar nichts!

Fünf Minuten vor Ladenschluss (12.30 Uhr) fahren wir auf den Parkplatz vor dem Laden. Wir sind nicht die einzigen, die noch schnell hineinspringen.

Kaum sind wir wieder unterwegs prangt eine Leuchttafel über der Strasse mit der Warnung «Feu au Forret», oh je, Waldbrand!! Ausser ein paar Feuerwehrautos, die uns mit Blaulicht überholen sehen wir gar nichts. Wir sind froh darüber.

So erklimmen wir dann den ersten Col, den Col de Port. Hier oben gibt es für uns mitten in einer grossen Kuhherde und auch mitten unter vielen Autos endlich die wohlverdiente Mittagspause. Wir ziehen weiter Richtung Col Portet d’Aspet und da ist dann plötzlich ein Waldbrand. Sofort beschleicht einem ein mulmiges Gefühl.

Es fehlt uns noch ein Übernachtungsplatz. Und da es heute wieder sehr heiss ist, sollte der möglichst weit oben sein. Da kommt doch ein Skigebiet genau wie gerufen. Die Talstation liegt zwar nur etwas über 1'400 Meter über Meer, aber die Temperatur ist bei unserer Ankunft mit ca. 29 Grad schon richtig angenehm. Unten im Tal war es heute bis 36 Grad heiss.

Die riesigen Parkplätze sind verweist, zu dritt stehen wir hier und später gesellt sich ganz hinten in der Ecke noch ein PW mit Zelt dazu. Wir geniessen einen Apero, kochen uns Penne mit Crevettensauce und lassen diesen speziellen Tag gemütlich ausklingen.

Tagesstrecke: Col de Puymorens - Col de l'Agus

Distanz: 163 km

Durchschnittsverbrauch: 10.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  35 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 37 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 17 °C

Mittag 13°° Uhr / 30 °C

Abend 18°° Uhr / 25 °C

Die Nacht war ausgesprochen ruhig und der Platz herrlich unbeleuchtet. So lieben wir es!

Gestern Abend waren wir schlicht weg viel zu müde, aber heute morgen, frisch ausgeschlafen, steht jetzt endlich die überfällige Dusche auf dem Programm. Danach fühlen wir uns wie neue Menschen!

Gestärkt mit unserem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum nächsten Intermarché, um in aller Ruhe einzukaufen. Gestern reichte es in der Eile nur für das Allernötigste. Kurz darauf füllen wir bei einem Brunnen unseren Wasservorrat wieder auf. Wer weiss, wo wir heute landen!

So ist es schon fast Mittag, bis wir endlich zu unserer eigentlichen Route starten. Wir durchfahren immer wieder hübsche kleine Dörfer und kurven bald schon den ersten Pass hoch, den Col de Peyresourde. War der Verkehr gestern einfach gewaltig, ist es heute richtig entspannt. Auch die Anzahl von Motorradfahrern hat sich mehr als halbiert. Auf diesem ersten Col geniessen wir unsere Mittagspause auf einem leeren Parkplatz!

Unsere Fahrt führt uns heute noch über den Col d'Aspin und über den Col du Tourmalet.

Kurz vor dem Col du Tourmalet fällt dann unsere Entscheidung. Wir fahren noch weiter bis Gavarnie.

Damit erreichen wir einen der grössten Hotspots in den Pyrenäen. Die Aussicht von unserem Übernachtungsplatz ist ein Vorgeschmack auf den morgigen Tag. Die Wanderschuhe werden zum Einsatz kommen.

Aber jetzt geniessen wir einfach mal zuerst einen wunderbaren Abend mit einem einfachen kalten Nachtessen und einem guten Glas Rosé.

Tagesstrecke: Col de l'Agus - Gavarnie

Distanz: 161 km

Durchschnittsverbrauch: 13.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  35 km/h

Fahrzeit: 4 Std. 31 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. grandiose Aussicht

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 27 °C

Abend 18°° Uhr / 16 °C

Föhnsturm in den Pyrenäen! Höchsttemperatur in der letzten Nacht auf fast 1'900 Höhenmeter - sagenhafte 21 Grad!

Gegen Morgen legt der Wind wieder zu und es ist nur noch 17 Grad warm.

Wir stehen mit den Hühnern auf, der Wecker klingelt um 6 Uhr. Kurze Runde durchs Bad und noch vor dem ersten Kaffee fahren wir hoch zum Parkplatz am Col de Tentes auf etwas über 2'200 Höhenmeter. Der Platz liegt im Nationalpark und deshalb ist hier das Übernachten verboten.

Ob sich alle daran halten? Dreimal dürft ihr raten!

Bei uns gibt es jetzt erst mal Kaffee und ein ausgiebiges Frühstück. Langsam wird es Tag und die Autos fahren schon fast im Sekundentakt ein.

Wie muss es hier in der Hochsaison zu und her gehen!!

Irgendwann sind dann auch wir bereit, die Wanderschuhe geschnürt und wir starten Richtung Port de Bucharo. Ziel unserer Wanderung? Mal sehen. Oben beim Port de Bucharo werden wir schlichtweg beinahe weggepustet. Wir lassen es uns nicht nehmen und machen ein paar Schritte nach Spanien und geniessen die Aussichten in die beiden Länder.

Bei diesem Sturm weiter bis ins erste Refugio? Wollen wir das? Der Wind ist nicht nur heftig sondern auch laut!!!

Wir entscheiden uns, hier umzukehren und so sind wir nach ca. 3.3 Kilometer wieder beim Pfüdi.

Während Hansruedi die Elektrik unseres Schlosses der Aufbautüre zu reparieren versucht, wandere ich kurzerhand schnell zum Lac des Espéciers.

Hier sind dann doch weniger Leute unterwegs. Mein kleiner Ausflug ist aber schnell zu Ende, sind es doch nur gut 1.5 Kilometer.

Wer früh aufsteht hat was vom Tag! Es ist erst gerade 10 Uhr. Wir starten den Motor am Col de Tentes und fahren zurück nach Gavernie.

Kurz ausserhalb des Ortes können Womos parkieren. 10 Euro Parkgebühr und man kann 24 Stunden stehen bleiben.

Das heisst, rein theoretisch kann man hier auch übernachten, aber es ist eng und alles andere als idyllisch.

Wir starten hier zu unserer nächsten Wanderung – zum Cirque de Gavarnie – Unesco Weltnaturerbe.

Der Cirque de Gavarnie gehört zu den spektakulärsten Landschaften der französischen Pyrenäen. Er liegt im Département Hautes-Pyrénées, direkt an der Grenze zu Spanien, und ist ein gewaltiger, von Gletschern geformter Felsenkessel.

Die Dimensionen sind beeindruckend: Die Felswände ragen stellenweise rund 1.700 Meter über dem Tal auf und der gewaltige Amphitheater-Bogen umfasst etwa 14 Kilometer. Mehrere Gipfel rund um den Kessel erreichen über 3.000 Meter.

Der große Star vom Cirque Gavarnie ist natürlich die Grande Cascade. Das Wasser stürzt rund 423 Meter über die Felswand hinunter – sie ist damit die höchste Wasserfallstufe Frankreichs und eine der höchsten Europas.

Eine besondere Auszeichnung erhielt die Region 1997: Der Cirque de Gavarnie gehört zum grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbe „Pyrénées – Mont Perdu“. Das Gebiet ist außergewöhnlich, weil es sowohl wegen seiner Natur- als auch seiner Kulturlandschaft ausgezeichnet wurde.

Wer jetzt glaubt, man wandere einfach ein Tal hinein bis zu diesem Felsenkessel, der liegt falsch.

Da sind doch einige Höhenmeter zurückzulegen bis wir nach ca. 5 Kilometern beim Hotel du Cirque ankommen.

Genau zur richtigen Zeit für ein spätes Mittagessen.

So gestärkt geht’s noch etwas weiter, denn wir wollen ja einen schönen Blick auf diesen berühmten Wasserfall. Klar, im Frühling oder Frühsommer führt er meistens mehr Wasser, wegen der Schneeschmelze. Aber uns gefällt die ganze Landschaft heute auch sehr.

Zurück beim Pfüdi haben wir doch nochmals gut 10 Kilometer zurückgelegt und jetzt gibt es Feierabend. Wir fahren wieder hoch zum Parkplatz, auf dem wir schon letzte Nacht übernachtet haben, geniessen die Aussicht, die Ruhe und legen die Füsse hoch.

Tagesstrecke: Umgebung Gavernie - hoch und runter und wieder hoch

Distanz: 21 km

Durchschnittsverbrauch: 16.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 22  km/h

Fahrzeit: 0 Std. 56 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. grandiose Aussicht

Morgen 08°° Uhr / 8 °C

Mittag 13°° Uhr / 19 °C

Abend 18°° Uhr / 15 °C

Was hören wir da gegen den Morgen? Regen trommelt mal mehr mal weniger auf unser Womodach! Der beste Grund, sich nochmals umzudrehen und weiterzuschlafen!! Irgendwann sind wir dann doch wach und beschliessen, einfach so in den Tag hinein zu trödeln.

Der Temperatursturz zu gestern ist schon gewaltig, draussen sind es keine 10 Grad mehr!

So gegen 11.30 Uhr haben wir dann mal fertig getrödelt und wir fahren runter zum Stellplatz kurz vor dem Ort Gavernie, denn hier können wir entsorgen und auch wieder Frischwasser tanken.

Einkaufen - nicht ganz einfach in diesen kleinen Tälern der Pyrenäen. Die Läden schliessen um 12.30 Uhr für eine ausgiebige Mittagspause.

Aber in Gavernie gibt es einen munzig kleinen Laden. Hier erhält man das Allernötigste, vorallem auch Brot. Hansruedi führt mich vor den Dorfeingang (Einfahrt nur mit Bewilligung möglich) und während ich zum Laden eile, dreht er mit dem Pfüdi eine Runde.

Per WattsApp melde ich meinen erfolgreichen Einkauf und er holt mich beim Dorfeingang wieder ab. Mittlerweile hat sich der Nebel grösstenteils verzogen und begleitet von herrlichem Sonnenschein verlassen wir dieses Tal und diesen Hotspot.

Eigentlich soll es immer noch ein Trödeltag bleiben. Aber der Stellplatz der CampingCarPark-Kette in Soulom, auf dem wir weitertrödeln wollten, sagt uns so ganz und gar nicht zu, so dass aus dem Trödeltag fast ungewollt doch noch ein Sightseeingtag wird. Wir steuern nämlich das nächste Tal, und damit den nächsten Hotspot der Pyrenäen an - die Pont d'Espagne.

Ganz zuhinterst im Tal empfängt uns ein riesiger und mehr als halbleerer Parkplatz. Der Spaziergang zur berühmten Brücke ist kurz und der Besucherandrang wie auch das Wetter hält sich heute sehr in Grenzen.

Die Wanderung oder die Fahrt mit Seilbahn hoch zum Lac de Gaube schenken wir uns heute. Die Temperaturen und die dichte Wolkendecke laden uns nicht gerade zu diesem Ausflug ein. 

Zurück im Touristenort Cauterets lassen wir heute den engen, hässlichen Stellplatz links liegen und quartieren uns auf einem Campingplatz ein. 

Die 7 Euro Aufpreis geben wir sehr gerne aus und stehen dafür auf einer grossen Wiese am Fluss mit ganz viel Platz um uns herum.

Zum Abschluss dieses nicht ganz gelungenen Trödeltages gönnen wir uns ein feines Fondue Chinoise in unserem Pfüdi.

Tagesstrecke: Gavernie - Cauterets

Distanz: 68 km

Durchschnittsverbrauch: 9.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  30 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 15 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 19.50 Euro, inkl. V/E, ohne Strom

Morgen 08°° Uhr / 8 °C

Mittag 13°° Uhr / 19 °C

Abend 18°° Uhr / 15 °C

Die Sonne lässt sich heute früh Zeit, bis sie endlich unseren Pfüdi anstrahlt. Der hohe Berg vor unserer Nase hat uns das gestern Abend schon verraten und so  lassen wir uns heute Morgen nicht hetzen.

Erst nach dem Frühstück schafft sie es, über dem Bergkamm aufzutauchen. Gegen 11 Uhr verlassen wir den Campingplatz und stoppen 300 Meter später schon wieder. Ein kleiner Einkauf ist fällig. Für unser Nachtessen fehlen uns noch ein paar Kartoffeln.

Und nach sagenhaften 36 Kilometern beenden wir unsere heutige Fahrstrecke mit dem Pfüdi bereits. Wir stehen kurz unterhalb dem Col du Soulor auf einem Parkplatz, auf dem man auch offiziell übernachten darf. Für uns dieser Col kein Unbekannter, waren wir hier doch schon mal im Juli 2022  unterwegs.

Als erstes ist es jetzt Zeit für die feine Suppe von unserem gestrigen Fondue Chinoise.

So gestärkt laden wir unsere E-Bikes aus und fahren die gut 10 Kilometer rüber und rauf zum Col d'Aubisque.

Die Strecke vom Col du Soulor (1'474 m ü M) zum Col d’Aubisque (1'709 m ü M) gehört zu den schönsten Panoramastraßen in den französischen Pyrenäen. Sie ist kurz, aber landschaftlich absolut spektakulär.

Fahrzeuge über 3 Tonnen dürfen jeweils nur zu bestimmten Zeiten von einem Col zum anderen fahren und umgekehrt, nur können nicht immer alle lesen und so kommt es immer wieder zu gewagten, gefährlichen oder auch lustigen Kreuzunsmanövern. Auch ein unbeleuchteter und kurviger Tunnel ist zu durchfahren - gut, wenn man am Fahrrad Licht hat.

Auf dem Col d'Aubisque geniessen wir die Aussicht und gönnen uns eine kleine Pause, bevor es auf dem gleichen Weg zurückgeht. Viele Raubvögel, vorallem Geier, begleiten uns über unseren Köpfen, gekonnt müssen wir Schaf- und Kuhherden ausweichen, idiotische Porschefahrer überholen uns mit zu knappen Abstand und auch die Motorradfahrer sind nicht immer ganz angenehm. 

Aber alles in allem haben wir grossen Spass an unserem E-Bike-Ausflug. Zwar nur 21 Kilometer, aber tolle Kilometer!

Zurück bei unserem Pfüdi hört für uns der Spass leider bald einmal auf. Ein deutsches Womo muss auf diesem grossen Parkplatz, mit noch vielen freien Plätzen, direkt neben uns rückwärts einparkieren, so dass er mit knapp 1.5 Metern Abstand neben uns zum stehen kommt.

Sollen wir uns aufregen? Sicher nicht - das Leben ist zu kurz, um sich über so etwas aufzuregen. Mit dem Nachbarn das Gespräch suchen?

Aus Erfahrung wissen wir, das nützt rein gar nichts, da wirst du nur blöd angemacht.

Aber wisst ihr was? Wir sind nie zu faul, umzuparkieren!!!

Und das machen wir auch sofort - und das allerbeste - eigentlich stehen wir noch schöner als vorher!! Und hier kann uns keiner mehr zu nahe kommen, wir stehen in einer eigenen Nische.

Aussicht und Apero geniessen, Homepage vorbereiten und die Kartoffeln kochen. Heute gibt es bei uns nämlich ein Raclette. Genau das Richtige in dieser Höhe, es kühlt ganz schön ab.

Erstaunlicherweise kommen nur noch zwei, drei Womos dazu und alle können wunderbar mit respektvollem Abstand parkieren.

Tagesstrecke: Cauterets - Col du Soulor

Distanz: 36 km

Durchschnittsverbrauch: 15.1 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 26 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 22 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 8 °C

Mittag 13°° Uhr / 21 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Da unser heutiges Tagesziel gar nicht weit weg ist, lassen wir uns am Morgen reichlich Zeit, um in den Tag zu starten.

Nach 31 Kilometern stehen wir gegen 11.30 Uhr bereits auf dem Stellplatz der Kette CampingCarPark in Lourdes.

Uns gefällt der Platz, ganz hintern im Grünen stellen wir unseren Pfüdi hin und richten uns ein.

Reife Tomaten und ein Mozzarella, der bald abläuft, warten darauf, verarbeitet zu werden. Unser Mittagessen steht also fest - Tomatensalat mit Mozzarella und unser Basilikum liefert das Grün.

Als erstes zieht es uns dann in die Höhe. Die Talstation der Standseilbahn, die auf den Pic du Jer fährt ist nur 400 Meter von unserem Stellplatz entfernt - perfekt.

Der Pic du Jer erhebt sich direkt südlich von Lourdes und erreicht etwa 948 Meter Höhe. Schon von Lourdes aus ist der Berg gut zu erkennen – besonders auffällig sind die Schienen der alten Standseilbahn, die sich ziemlich spektakulär den Berg hinaufziehen.

Das Besondere ist die Aussicht: Vom Gipfel blickt man weit über Lourdes, das Tal des Gave de Pau und die umliegenden Pyrenäen.

Die die Standseilbahn wurde bereits 1900 eröffnet. Die Bauarbeiten dauerten nur rund 15 Monate – damals eine beachtliche technische Leistung. 

Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen und steigen auch noch zum Gipfel ganz nach oben und geniessen die herrliche Aussicht.

Wieder unten beim Pfüdi laden wir die E-Bikes aus und es geht ab in die Stadt. Unser Ziel ist die Maria-Empfängnis-Basilika.

Der Bau der Basilika begann in den 1860er-Jahren nach Plänen des Architekten Hippolyte Durand. Die Basilika wurde am 15. August 1871 gesegnet und am 2. Juli 1876 feierlich geweiht. Sie war damit die erste große Kirche des Heiligtums von Lourdes. 

Sie steht direkt über der berühmten Grotte von Massabielle, an der Bernadette Soubirous 1858 die Erscheinungen der Jungfrau Maria erlebt haben soll.

Heute ist die Menschenmenge recht gering. Wir lassen das ganze Ambiente auf uns wirken, machen uns dazu unsere eigenen Gedanken und lassen es auch jedem frei, seine Gedanken zu diesem Ort zu machen und zu haben.

Es ist ein spezieller Ort, aber der Touristenrummel in den Gassen ist riesig und hat nichts mehr mit Andacht und Spiritualität zu tun.

Wir machen uns spazierend und fahrend auf den Heimweg, entdecken auch sonst noch Schönes und starten in einen gemütlichen Abend.

Wir ziehen heute selbstgekochte Hörnli mit Gehacktem den proppenvollen Restaurants der Stadt vor.

Tagesstrecke: Col du Soulor - Lourdes

Distanz: 31 km

Durchschnittsverbrauch: 5.8 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 36 km/h

Fahrzeit: 0 Std. 51 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 16.72 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 29 °C

Abend 18°° Uhr / 25 °C

Seit 22 Jahren sind wir mit einem Wohnmobil unterwegs, seit 18 Jahren mit einem Eigenen. Und jetzt ist es geschehen!!! So mancher Zöllner hat schon in unsere Womogarage geguckt, in einigen Ländern wurde auch unser Wohnraum und auch das Badezimmer kontrolliert, nie wurde etwas beanstandet. Bis heute!! Es ist passiert!!!! Wir haben einen blinden Passagier an Bord!!!!

Eine MAUS!!!!! Wir hoffen wenigstens, dass es nur eine ist!

Das war unser Morgenschreck in Lourdes. Im Doppelboden lagern wir einen Pack Hörnli und ihr glaubt gar nicht, wo überall unser blinder Passagier diese Hörnli schon verteilt hat. Sogar meine Gummistiefel hat die Maus als Vorratskammer, oder was auch immer, benutzt!

Da braucht man dann einfach mal einen Moment, um zu überlegen, was jetzt zu tun ist. Mäusefallen müssen her! Aber wo kauft man so etwas in Lourdes? Und da kommt der nächste Punkt. Was hat man früher ohne Internet gemacht und erst noch ohne ChatGPT?!!

Kurz die Frage gestellt und schon kommt die Auswahl von drei Möglichkeiten. Wir wählen den Baumarkt und werden schnell fündig.

Unser Tagesziel für heute ist Laruns. Als erstes erledigen wir eine Handwäsche und während ich, Heidi mich aufmache, den Ort zu erkunden, kümmert sich Hansruedi um unseren blinden Passagier. Mal einiges ausräumen, umräumen und dann die gekauften Fallen aufstellen. 6 Stück sind es und klar werden sie wohl erst in der Nacht evt. erfolgreich zum Einsatz kommen. Drückt uns einfach die Daumen!!!

Das schöne warme Wetter nutzen wir später noch für eine zweite Handwäsche und zum Kochen haben wir gerade keine grosse Lust.

Spiegeleier müssen heute reichen. Zum Glück ist der Rosévorrat gross genug!

Tagesstrecke: Lourdes - Laruns

Distanz: 60 km

Durchschnittsverbrauch: 10.7 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 37 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 36 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 14.90 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom

Morgen 08°° Uhr / 15 °C

Mittag 13°° Uhr / 22 °C

Abend 18°° Uhr / 21 °C

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen mit welcher Neugier wir heute morgen den Deckel zu unserem Doppelboden geöffnet haben!!

Bingo!!! Es hat geklappt, ein Mäuschen sitzt in der Falle!! Mit grossen Augen schaut es uns verzweifelt an.

Und jetzt fragt ihr euch wohl, was wir mit diesem kleinen Tierchen gemacht haben.

Nun, hinter unserem Stellplatz liegt ein verlassener Campingplatz, ein paar alte Mobilhomes stehen noch da und auf dem Gelände wohnen drei Ponys, die jeweils am Tag für Kinderponyreiten zum Einsatz kommen. Und hier haben wir unsere kleine Maus ausgesetzt! Wenn es genug regnet hat die Kleine sogar noch einen Pool, in dem sie baden kann. Wir haben ihr also ein zweites Leben geschenkt.

Und wir hoffen einfach, dass wir keinen weiteren blinden Passagier an Bord haben. Drückt uns weiterhin die Daumen. Wir werden auch diese Nacht die Fallen nochmals stellen.

Ein weiterer strahlend schöner Sonntag in den Pyrenäen. Das heisst extrem viel Ausflugsverkehr und hunderte von Motorrädern. Zum Glück wollen wir heute aber gar nicht weit fahren. Und ganz ehrlich, die 22 Kilometer reichen uns völlig. Zum ganzen Verkehr kommen auch immer noch sehr viele Velofahrer dazu, die diese Jahreszeit gerne nutzen, um die Pyrenäenpässe zu bezwingen. Die waghalsigen Überholmanöver lassen einem oft das Blut in den Adern gefrieren!

Wir landen am Lac de Fabrèges. Entlang des Ufers darf man mit dem Wohnmobil parkieren und auch übernachten.

Denn wir sind hier bei einem weiteren grossen Hotspot der Pyrenäen.

Morgen sind wir mal wieder mit einem kleinen Zug unterwegs. Diesmal nehmen wir nicht das gelbe Wägeli sondern das rote Wägeli.

Ob der Wechsel von gelb auf rot eine Steigerung bedeutet erfahren wir und auch ihr dann morgen Montag.

Tagesstrecke: Laruns - D'Artouste Laruns

Distanz: 22 km

Durchschnittsverbrauch: 16.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 32 km/h

Fahrzeit:  Std. 40 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Aussicht auf den See, V/E möglich = Jeton für 5 Euro beim Tourismusbüro zu kaufen

Morgen 08°° Uhr / 10 °C

Mittag 13°° Uhr / 25 °C

Abend 18°° Uhr / 24 °C

Also erstens sind die heutigen Wägeli nicht rot, sondern gelb-rot. Und zweitens - wir starten mit Kaiserwetter in den Tag.

Heute klappt es also - wir fahren mit dem petit Train d'Artouste durch die Pyrenäen. Wir starten unten beim Lac Fabrèges auf 1'241 m ü M und fahren als erstes mit der Gondelbahn auf den Col de la Sagette (1'920 m ü M). Und hier ist dann der Start-Bahnhof des petit Train d'Artouste.

Die dieselbetriebene Schmalspurbahn fährt durch die grandiose Berglandschaft bis etwas unterhalb des Lac d'Artouste

zum End-Bahnhof auf ca. 2'000 m ü M.

Unterwegs stoppt uns eine Kuhherde, die vehement ihren Vortritt verteidigt. Aber die Kühe geraten auch etwas in Panik und plötzlich springt eine zwischen zwei Wagons hindurch und verletzt sich dabei auch. Wir hoffen, einfach nicht zu fest.

Angekommen nach fast 10 Kilometern beim Endbahnhof wandern wir hoch zum Lac d'Artouste und geniessen hier die Aussichten.

Auf gleichem Weg tuckern wir zurück zum Col de la Sagette und hier gibt es für uns eine ausgiebige Pause, bevor wir mit der Gondelbahn zurück ins Tal schweben. Ein grandioser Ausflug bei sommerlichem Wetter.

Hier noch ein paar interessante Informationen:

Vom Baustellenzug zur Touristenattraktion

Ursprünglich war der kleine Zug gar nicht für Touristen gedacht. Ab etwa 1920 wurde die Bahn gebaut, um beim Bau des Staudamms von Artouste Arbeiter, Material und Baustoffe in das schwer zugängliche Gebirge zu transportieren.

Der Bau des Staudamms war ein gewaltiges Projekt. Rund 2'000 Arbeiter waren daran beteiligt, und die Arbeiten dauerten sieben Jahre. Der Staudamm wurde schließlich 1929 in Betrieb genommen.

Nachdem der Damm fertig war, wurde die Bahn zunächst nur noch für Wartungsarbeiten genutzt. 1932 wurde sie für Besucher geöffnet – und daraus entwickelte sich eine der bekanntesten touristischen Attraktionen der Region. 


Tagesstrecke:

Distanz:  km

Durchschnittsverbrauch:  l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  km/h

Fahrzeit:  Std.  Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Aussicht auf den See, V/E möglich = Jeton für 5 Euro beim Tourismusbüro zu kaufen

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 31 °C

Abend 18°° Uhr / 24 °C

Wir verlassen heute D'Artouste Laruns und fahren über den Col de Portalet rüber nach Spanien. Mitte September und wir sind schon seit Tagen in den Pyrenäen unterwegs und zwar in kurzen Hosen und T-Shirt wie im Hochsommer. Sogar auf über 2'000 m ü M zeigt das Thermometer über 20 Grad!

Irgendwie schon auch etwas verrückt.

Heute geht es aber runter in Tal. Wir müssen dringend einkaufen. Nicht nur an Lebensmittel mangelt es, sondern auch Hygieneartikel brauchen wir.

Jaca bietet sich da sehr gut an. Im grossen Carrefour etwas ausserhalb der Stadt finden wir fast alles. Einzig Tierstreu für unsere Trockentrenntoilette fehlt uns noch. Aber zuerst geht es dann mal Richtung Stadt zum Stellplatz. Hier füllen wir unseren Wassertank wieder auf. Bleiben wollen wir nicht.

Jaca ist zwar wirklich sehenswert, aber wir haben absolut keine Lust auf einen Stadtbesuch bei 34 Grad.

Was liegt da näher, als den nächsten Col anzusteuern. Durch das schöne Valle da Roncal fahren wir wieder in die Höhe und Richtung Frankreich.

Aber noch vor der Grenze stoppen wir und erreichen somit unser Tagesziel - das Refugio de Belagua. Ausser in den Wintermonaten darf man hier übernachten. Schöne Aussicht, angenehme Temperaturen aber auch etwas viel Wind lassen uns die Hitze im Tal schnell vergessen.

Ok, einige von euch haben vielleicht langsam genug von den ewigen Bergen - uns gefällt es halt immer noch!

Aber wir sind schon näher am Atlantik als auch schon.

Nur sieben Womos aller Grössen stehen hier - wir haben mehr erwartet, freuen uns aber über die geringe Anzahl.

Da es im Refugio abends nur noch Küche für Übernachtungsgäste gibt kochen wir halt selber - halb so schlimm.

Morgen soll das Wetter sicher 10 Grad kühler sein und Wolken mit etwas Regen sind vorhergesagt.

Die Nebelschwaden ziehen jedenfalls schon mal mystisch über die Bergkämme. Wir geniessen es.

Tagesstrecke: Laruns - Refugio de Belagua am Col  de la Pierre Saint Martin

Distanz: 173 km

Durchschnittsverbrauch: 10.3 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 47 km/h

Fahrzeit: 3 Std. 37 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. Aussicht und Müllcontainer

Morgen 08°° Uhr / 11 °C

Mittag 13°° Uhr / 12 °C

Abend 18°° Uhr / 9 °C

Der vorausgesagte Wetterumschwung und der gleichzeitige Temperatursturz sind pünktlich eingetroffen.

Genau das richtige Wetter, um in den Tag hineinzutrödeln. Zeit zum Ausschlafen, Zeit für einen laaaangen Kaffee im Bett, Zeit für eine ausgiebige Dusche, Zeit für ein seeehr gemütliches Frühstück, Zeit aus dem Fenster zu gucken und die Nebelschwaden zu beobachten, Zeit den anderen Womos beim Abfahren zuzuschauen (mit uns standen sechs auf dem grossen Parkplatz) und irgendwann kurz vor 13 Uhr entscheiden, dass auch wir uns vom Hocker machen.

Die Pyrenäen zeigen sich uns heute von der mystischen Seite. Wir überqueren als erstes den Col de la Pierre Saint Martin. Viel Verkehr ist nicht unterwegs, wir geniessen das richtig. Unterwegs stoppen wir bei einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert - ein interessanter Halt.

Und plötzlich entscheidet sich der Himmel, den Nebel zu lüften und etwas blauen Himmel und Wolken auszupacken.

Je weiter wir in den Pyrenäen westwärts kommen, so lieblicher und hügeliger wird die Landschaft.

Wir beschliessen, auf den Col de Larrau zu fahren und je höher wir kommen, desto mehr hüllt uns der Nebel wieder ein.

Auf der Passhöhe bläst zudem ein heftiger Wind.

Kurz fahren wir etwas weiter. Ok, auf der anderen Seite sieht das Wetter etwas besser aus, aber die möglichen Schlafplätze sind mehr als schief!!!

Wir geben dem topfebenen Parkplatz auf dem Col den Vorzug, fahren zurück, stellen uns in die windgeschützteste Ecke und was gibt es besseres, als bei diesem Wetter ein Raclette und ein Glas Rosé zu geniessen.

Tagesstrecke: Refugio de Belagua am Col  de la Pierre Saint Martin - Col de Larrau

Distanz: 65 km

Durchschnittsverbrauch: 13.1 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 29 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 9 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 0 Euro, inkl. dichter Nebel und Wind 

Morgen 08°° Uhr / 6 °C

Mittag 13°° Uhr / 22 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Ein Van aus Frankreich hat sich dann im Laufe des Abends noch in respektvollem Abstand zu uns gesellt. Wir haben ganz gut geschlafen.

Aufgewacht sind wir gegen 8 Uhr im stockdicken Nebel mit Nieselregen. Da wir dem Wetter eine Chance zur Besserung geben wollen, haben wir es gar nicht eilig. Wir staunen bald einmal über den regen Verkehr. PW's, Motorräder und Fahrräder tauchen plötzlich aus dem Nebel auf und verschwinden mehr oder weniger schnell wieder in der undurchsichtigen Suppe. Auch ein niederländisches Womo "rast" über die Passhöhe, als wollte es diese Strecke möglichst schnell hinter sich bringen.

Die Wetterbesserung auf der Passhöhe lässt auf sich warten und so starten wir gegen 10.30 Uhr doch langsam. Und wie gestern ist bereits kurz nach der Passhöhe und nach dem Tunnel deutlich besseres Wetter.

Sofort ist die Fahrt deutlich entspannter und wir können die Ausblicke geniessen. Auf unserer Route durchqueren wir einige hübsche, kleine spanische Dörfchen, die aber leider für Womos keine Parkmöglichkeiten bieten.

Da kommt ein Aussichtspunkt mit grossem Parkplatz gerade richtig. Die Aussicht muss einfach mit einem recht kurzen aber steilem Aufstieg verdient werden. Aber es lohnt sich!

Wir kurven einen weiteren Pass hinauf - den Ibañeta-Pass. Der Pass liegt direkt am Jakobsweg und ist ein geschichtsträchtiger Übergang über die Pyrenäen. Und hier steht auch das berühmte Roland-Denkmal. Hier die Geschichte dazu:

Roland war ein fränkischer Heerführer und gehörte zur Armee Karls des Großen. Im Jahr 778 befand sich das Heer auf dem Rückweg von einem erfolglosen Feldzug in Spanien.

An diesem Ort kam es zur Schlacht von Roncesvalles. Historisch wird davon ausgegangen, dass die Nachhut des fränkischen Heeres von baskischen Kämpfern angegriffen wurde. Roland kam dabei ums Leben.

Aus diesem Ereignis entstand später die berühmte „Chanson de Roland“ – das Rolandslied. Die mittelalterliche Dichtung machte aus dem historischen Roland einen legendären Ritter und Helden.

Das heutige Denkmal am Ibañeta-Pass wurde 1967 nach einem Entwurf des Architekten Cándido Ayestarán errichtet. Es ist bewusst schlicht gehalten und besteht aus einer markanten Steinstele bzw. einem großen grauen Stein.

Direkt in der Nähe steht außerdem die kleine Kapelle San Salvador de Ibañeta. Heute ist der Ort vor allem für Pilger auf dem Jakobsweg ein wichtiger Orientierungspunkt.

Kurz vor der Grenze nach Frankreich kommt noch ein grosses  "Einkaufsparadies". Alle Parkplätze sind von Einkaufstouristen belegt und es ist sozusagen der "Teufel" los. Wir können hier endlich unsere eine leere Gasflasche auffüllen und gleich auch noch günstigen Diesel und Adblue tanken.

Unser Tagesziel für heute ist Saint-Jean-Pied-de-Port. Und da ist auch gewaltig was los.

Saint-Jean-Pied-de-Port ist ein wunderschönes kleines Städtchen im französischen Baskenland, unmittelbar vor, oder für uns nach, den Pyrenäen. Hier treffen Geschichte, baskische Kultur und der Jakobsweg nach Santiago de Compostela zusammen.

Für Pilger ist Saint-Jean-Pied-de-Port ein ganz besonderer Ort. Hier beginnt für viele die berühmte französische Route des Jakobswegs, der Camino Francés. Durch das historische Tor Saint-Jacques verlassen die Pilger die Stadt und machen sich auf den Weg über die Pyrenäen in Richtung Roncesvalles und weiter nach Santiago de Compostela. Die Porte Saint-Jacques gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe.

Oberhalb der Stadt thront die Zitadelle von Mendiguren. Sie wurde ab 1625 errichtet und später nach einer Inspektion durch den berühmten französischen Festungsbaumeister Vauban weiter ausgebaut.

Zwei Stellplätze und einen Campingplatz bietet die Stadt und alle sind sehr gut belegt. Wir haben ein ruhiges Plätzchen erwischt und durchstreifen noch die Gassen des Städtchens.

Tagesstrecke: Col de Larrau - Saint-Jean-Pied-de-Port

Distanz: 90 km

Durchschnittsverbrauch: 8.3 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 33 km/h

Fahrzeit: 2 Std. 42 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 15.50 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom

Morgen 08°° Uhr / 13 °C

Mittag 13°° Uhr / 20 °C

Abend 18°° Uhr / 20 °C

Ein besonderer Tag darf auch besonders starten. Ausschlafen ist angesagt.

Und ganz unüblich gibt es heute kein reichhaltiges Frühstück, sondern nur eine kleine abgespeckte Version.

Gegen 11 Uhr brechen wir auf und schlendern nochmals durch die Gassen von Saint-Jean-Pied-de-Port. Unser Ziel ist gegen 12 Uhr das Restaurant Le Relais de la Nive. Hier haben wir einen Tisch reserviert, denn ein besonderer Tag darf auch mit einem besonderen Mittagessen gefeiert werden. Und wir werden nicht enttäuscht. Das Dreigang-Menü ist hervorragend, der Service aufmerksam, freundlich und trotz vollem Restaurant gibt es keine zu langen Wartezeiten zwischen den Gängen. Einfach perfekt und wunderbar!

Wir wollen jedoch keine zweite Nacht auf dem fast vollen Stellplatz verbringen und so brechen wir gegen 15.30 Uhr unsere Zelte ab und fahren noch ca. 43 Kilometer zu einem kleinen, fast leeren Campingplatz. Der Platz hat noch genau 2 Tage offen, länger wollen wir aber auch gar nicht bleiben.

Wir geniessen die schönen Ausblicke auf die hügelige Landschaft und nutzen trotz des speziellen Tages noch die Waschmaschine, die hier allen zur Verfügung steht.

Aber was ist den so speziell an diesem 18. September? Ich, Heidi habe heute Geburtstag.

Tagesstrecke: Saint-Jean-Pied-de-Port - Souraïde

Distanz: 45 km

Durchschnittsverbrauch: 10.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 41 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 4 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 20 Euro, inkl. V/E, ohne Strom, inkl. Waschmaschine

Morgen 08°° Uhr / 14 °C

Mittag 13°° Uhr / 26 °C

Abend 18°° Uhr / 23 °C

Nach gerade mal drei Tagen hat sich das etwas schlechtere und auch kühlere Wetter bereits wieder verabschiedet. Wir starten in einen strahlend schönen Spätsommertag. Die Entscheidung ist schon gestern Abend gefallen - wir bleiben heute hier.

Schon um kurz nach 7 Uhr ist tagwach. Wir füttern die beiden begehrten Waschmaschinen, können einen zweiten Wäscheständer ergattern und nach einer Stunde hängt die erste Wäsche bereits an der Sonne. Die beiden Maschinen fassen nur je 5 Kg und nach fast 4 Wochen hat sich bei uns Einiges angesammelt und vorallem wollen wir auch die Bettwäsche waschen. Also schwupps, gleich nochmals zwei Maschinen sind am rotieren.

Hansruedi findet noch einen Busch für eine kurze Wäscheleine zum Spiegel von Pfüdi und um 9.30 Uhr hängt alles und der leichte Wind dient zur Sonne noch zusätzlich als Trockner.

Während ich mich um die Wäsche kümmere ist bei Hansruedi eine Grossreinigung unseres Wohnraums angesagt und die Garage will auch mal aufgeräumt werden. Ach ja, ganz nebenbei waren wir noch Duschen und es gab Frühstück.

12.15 Uhr - alle Wäsche versorgt und die Betten frisch bezogen!!

Wir laden unsere E-Bikes aus und düsen hinunter nach Espelette.

Espelette liegt im französischen Baskenland. Das kleine Dorf ist besonders für seine roten Chilischoten, den Piment d'Espelette, bekannt. Die Schoten gehören hier genauso zum Ortsbild wie die typisch baskischen Häuser.

Espelette wirkt fast wie ein baskisches Bilderbuchdorf: weiße Häuser mit roten oder grünen Fachwerkbalken, kleine Gassen und überall die auffälligen roten Paprikaschoten, die an den Hausfassaden zum Trocknen hängen.

Die Tradition hat einen ganz praktischen Hintergrund. Die Schoten werden nach der Ernte aufgefädelt und an den Fassaden aufgehängt, wo sie langsam trocknen und ein Markenzeichen des Ortes sind.

Was ist Piment d'Espelette?

Der Piment d'Espelette ist eine spezielle Chili-Sorte, die ursprünglich aus Amerika stammt und vermutlich im 16. Jahrhundert ins Baskenland gelangte. Das besondere Klima rund um Espelette eignet sich hervorragend für ihren Anbau.

Der Geschmack ist aromatisch, leicht rauchig und fruchtig, mit einer angenehmen Schärfe. Er ist deutlich milder als viele andere Chilis und wird deshalb in der baskischen Küche sehr vielseitig verwendet.

Besonders interessant: Der Piment d'Espelette besitzt seit 2000 die französische AOC- und seit 2002 die europäische AOP-Herkunftsbezeichnung. Damit darf die geschützte Bezeichnung nur für entsprechend erzeugte Produkte aus dem festgelegten Anbaugebiet verwendet werden.

Piment d'Espelette findet man in der baskischen Küche unter anderem in: Saucen und Suppen, Fleischgerichten, Fisch und Meeresfrüchten, Omeletts, Käsegerichten oder dem baskischen Klassiker Piperade, ähnlich einem dicken Gemüseeintopf oder einer Sauce und wird oft auch als Beilage serviert.

Ganz klar kehren wir in Espelette zum Mittagessen ein.

Bevor wir aber mit unseren E-Bikes wieder zu unserem Campinplatz hochkurven müssen wir natürlich auch noch ein paar Dinge einkaufen.

So landen in unseren Fahrradtaschen Gewürze, Schokolade gewürzt mit Piment d'Espelette und zwei kleine typische baskische Kuchen.

Ein rundum gelungener Tag.

Tagesstrecke:

Distanz:  km

Durchschnittsverbrauch:  l

Durchschnittsgeschwindigkeit:  km/h

Fahrzeit:  Std.  Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 20 Euro, inkl. V/E, ohne Strom, inkl. Waschmaschine

Morgen 08°° Uhr / 16 °C

Mittag 13°° Uhr / 25 °C

Abend 18°° Uhr / 23 °C

Da gibt es doch noch einen – einen Zug – eine Zahnradbahn – den Train de La Rhune. Schliesslich wären ja aller guten Dinge drei.

Der Start-Bahnhof liegt auf dem Col de Saint-Ignace und die Endstation auf dem Gipfel La Rhune auf 905 m ü M.

Wir fahren aus Neugier einfach mal vorbei und finden sogar einen Parkplatz für unseren Pfüdi. Er ist doch fast so gross wie ein Reisebus,

also darf er da auch parkieren 😉

Tja, es ist Sonntag und viele Leute wollen heute auf diesen Berg!

Wir sagen uns, aufgeschoben ist nicht aufgehoben und fahren weiter zu unserem Tagesziel….

.... dem Camping municipal Chibau Berria in Saint-Jean-de-Luz. Und schon zum zweiten Mal an diesem Tag werden wir von der Situation fast überrumpelt! Um 12.20 Uhr fahren wir vor die Reception, die schliesst um 12.30 Uhr. Um Himmelswillen - der grosse Platz ist fast voll!

Lange Rede kurzer Sinn - wir schaffen es und erhalten mit etwas Nachhaken einen Platz mit Ausblick auf's Meer. Ok, nur wenn wir stehen oder im Womo sitzen und der französische Nachbar meint, wir würden hinten über den Stellplatz hinausragen. Er ist gar nicht zufrieden - aber verstehen wir den Französisch ;-) und morgen sind wir schon wieder weg.

Wir schlendern runter ans Meer und freuen uns beim zweiten angepeilten Restaurant über den sonnigen Thekenplatz mit herrlichem Ausblick.

Ein baskischer Salat, ein Glas Rosé und einige kleine Zuschauer - herrlich ist die Welt.

Später laden wir noch die E-Bikes aus und radeln Richtung Stadt. Der Hauptstrand von Saint-Jean-de-Luz ist sehr gut besucht - wie sieht das wohl in der Hochsaison aus - da liegen sie dann wohl Badetuch an Badetuch.

Wir haben bald genug von diesem Trubel, kehren um und machen es uns vor unserem Womo gemütlich und geniessen einen schönen Sonnenuntergang.

Tagesstrecke: Souraïde - Saint-Jean-de-Luz

Distanz: 35 km

Durchschnittsverbrauch: 10.6 l

Durchschnittsgeschwindigkeit: 27 km/h

Fahrzeit: 1 Std. 15 Min.

​​​​​​​Stellplatzkosten: 17.58 Euro, inkl. V/E, inkl. Strom, ACSI-Platz