
Montag, Dienstag, Mittwoch 24. / 25. / 26. August
Wir sind mal wieder umgezogen! Die nächsten Wochen wohnen wir wieder in unserem Pfüdi. Wohin geht die Reise? Nun, so genau wissen wir das selber nicht. So starten wir mal mit der allgemeinen Richtung Westen. Aber bekanntlich führen viele Wege nach Westen.
Unser Weg führt uns heute Montag bei schönem Wetter über den Oberalp- und Furkapass ins Wallis. Gegen 16 Uhr landen wir auf dem Stellplatz oberhalb Sitten und auch oberhalb Savièse. Für uns ist dieser Platz einer der schönsten im Wallis und, oh Wunder, mit 10 CHF immer noch gleich teuer wie vor Jahren. Erfreulich wenig Fahrzeuge stehen hier. Wir geniessen den Rest des Nachmittages an der Sonne und kommen einfach mal in unserem Zuhause der nächsten Wochen an.
Die Unwetter, die Frankreich heimgesucht haben sind letzte Nacht auf wundersame Weise an uns vorbeigezogen. Nur ausgiebiger Regen trommelte stundenlang auf unser Womodach. Noch vor dem Frühstück verzieht sich der gösste Teil der Wolken und die Sonne gewinnt die Überhand.
Wir bleiben und starten nach einem gemütlichen Vormittag erst gegen Mittag zur Suonenwanderung Torrent-Neuf.
Die Bisse du Torrent-Neuf, auch Bisse de Savièse, ist eine der spektakulärsten historischen Suonen im Wallis und führt durch das eindrucksvolle Tal der Morge.
Die Geschichte der Bisse reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sie wurde etwa zwischen 1430 und 1448 gebaut, um Wasser aus der Morge zu den trockenen Hängen rund um Savièse zu bringen. Für die damalige Zeit war das eine unglaubliche technische Leistung.
Besonders spektakulär war der Verlauf durch die steilen Felswände. Die Wasserleitung wurde teilweise auf Holzkonstruktionen direkt an den senkrechten Felsen geführt. Die Arbeiter mussten damals unter extrem schwierigen Bedingungen ihre Arbeit verrichten.
1934 wurde der alte, gefährliche Oberlauf aufgegeben. Ein Tunnel durch den Berg Prabé übernahm anschließend die Wasserführung. Seit 2005 wird der historische Abschnitt Stück für Stück rekonstruiert; seit 2008 ist ein Wanderweg entlang dieser spektakulären Strecke öffentlich zugänglich.
Heute führt der Weg unter anderem über mehrere Hängebrücken und dicht an den steilen Felswänden entlang. Dabei bekommt man einen guten Eindruck davon, wie waghalsig die ursprüngliche Wasserleitung gebaut war.
Die letzte Regennacht hat leider einige Teile des Weges unter Wasser gesetzt. Aber es war trotzdem einfach grandios. Und den Fendent beim Ausgang haben wir verdient und sehr genossen.
Die ersten Pläne haben wir heute bereits über den Haufen geworfen und sind spontan Richtung Grosser Sankt Bernhard gefahren.
Auf der Passhöhe mussten wir natürlich unbedingt einen Stopp einlegen, den unser treuer Begleiter Barry (seit 15 Jahren) stammt von hier.
Wir finden, er ist immer noch der schönsten!
Etwas unterhalb der Passhöhe finden wir unseren Platz für die Nacht.
Tagesstrecke:
Flims - Savièse - Grosser Sankt Bernhard
Distanz: 320 km
Durchschnittsverbrauch: 11.1 l
Durchschnittsgeschwindigkeit: 45 km/h
Fahrzeit: 6 Std. 58 Min.
Stellplatzkosten: je 10 SFr. pro Nacht oberhalb Savièse, inkl. V/E, kein Strom

























